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Riester-Rente:
Förderung und Zulagen

Die Riester-Rente-Förderung ist schon ab 60 Euro jährlich möglich. Darüber hinaus haben Versicherte die Möglichkeit, Zulagen für ihre Kinder zu erhalten. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie hoch die Riester-Rente-Zulagen 2019 sind, wie Sie die Zulage für die Riester-Rente beantragen, wer von der Riester-Förderung am meisten profitiert und welche Steuervorteile Sie mit dieser privaten Altersvorsorge nutzen können.

Welche Arten von Riester-Rente Förderungen gibt es?

Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte, private Altersvorsorge. Versicherte erhalten beim Abschluss einer solchen Rentenversicherung unterschiedliche Formen der Förderung. Die Riester-Förderung erfolgt überwiegend über ein Zulagensystem. So erhalten Versicherte automatisch eine Grundzulage pro Jahr. Darüber hinaus gibt es für Versicherte mit Kindern eine Kinderzulage.

Die Riester-Förderung erfolgt außerdem über die Steuererklärung. So können die Beiträge für den Riester-Vertrag als Sonderausgaben bis zu einer Höhe von 2.100 Euro pro Jahr abgesetzt werden.

Wer bei der Riester-Rente die maximale Förderung berechnen möchte, muss dabei eigene Kinder berücksichtigen und prüfen, ob ein steuerlicher Vorteil besteht. Das Finanzamt führt immer eine sogenannte „Günstigerprüfung“ durch. Ist die Steuerentlastung durch den Abzug der Sonderausgaben höher als alle erhaltenen Zulagen, erhalten die Versicherten eine Rückerstattung. Üblicherweise profitieren vor allem kinderlose Singles von den steuerlichen Vorteilen. Denn wer durch mehrere Kinder eine höhere Zulage erhält, überschreitet die Höhe der Sonderausgaben ohnehin schon.

Wer erhält Förderungen zur Riester Rente?

Von der Riester-Rente-Förderung können nur die Berufsgruppen und Personengruppen profitieren, die überhaupt zum „Riestern“ berechtigt sind.

Riester-Rente-Förderung beantragen können zunächst alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Ebenso Hartz IV-Empfänger, Bezieher von Krankengeld, Beamte, Soldaten oder geringfügig Beschäftigte. Der Abschluss einer Riester-Rente ist auch möglich, wenn Sie in Elternzeit sind. Auch Selbständige haben einen Anspruch auf die Riester-Rente-Förderung. Allerdings müssen sie dafür freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

Keinen Anspruch auf die Riester-Förderung haben Selbständige jedoch, die nicht in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen. Ebenso können Altersrentner und Studenten keine Riester-Verträge abschließen.

Für Selbständige und Beamte gibt es mit der Rürup-Rente eine Alternative für die staatlich geförderte private Altersvorsorge. Diese Variante hat den Vorteil, dass die Ausgaben für die monatlichen Beiträge zu fast 90 Prozent steuerlich abzugsfähig sind. Bis zum Jahr 2025 sollen die Beiträge für die Rürup-Rente zu 100 Prozent steuerlich geltend gemacht werden können. Damit lohnt sich diese Form der privaten Rentenversicherung für Selbständige noch mehr.

Welche Arten von Riester-Rente-Zulagen gibt es?

Die Riester-Rente-Förderung 2019 wurde vor allem in der Grundzulage verbessert. Folgende Riester-Förderung ist möglich:

  • Grundzulage: Jeder Versicherte, der eine Riester-Rente abschließt, erhält seit 2018 pro Jahr eine Grund-Förderung in Höhe von 175 Euro. Zuvor hatten Sparer beim „Riestern“ nur 154 Euro pro Jahr erhalten. Diese Riester-Rente-Förderung erhalten Versicherte, sobald sie den Sockelbetrag von 60 Euro oder mindestens vier Prozent von ihrem jährlichen Einkommen in eine Riester-Rente einzahlen. Die Grundzulage bleibt über die gesamte Laufzeit konstant und wird auf Antrag in den Vertrag eingezahlt.
  • Kinderzulage: Wer Kinder hat, kann beim Abschluss einer Riester-Rente mehr staatliche Förderung erhalten. So bekommt jeder Sparer pro Kind, das bis zum 31.12.2007 geboren wurde, 185 Euro Zulage pro Jahr. Für jedes Kind, das ab dem 01.01.2008 auf die Welt kam, gibt es 300 Euro pro Jahr. Wer also zwei Kinder hat, die nach dem 1. Januar 2008 geboren wurden, kann 600 Euro jährlich an staatlicher Zulage für seine Riester-Rente bekommen. Die Kinderzulage erhalten Versicherte, bis die Kinder 25 Jahre alt sind. Voraussetzung dafür ist, dass sie noch in der Ausbildung sind oder studieren. Sobald die Kinder ein eigenes Einkommen haben, endet die Kinderzulage.
    Die Kinderzulage erhält immer das Elternteil, welches das Kindergeld erhält. Bei Ehepaaren wird die Kinderzulage in der Regel zunächst der Mutter gewährt. Im Vertrag kann die Riester-Förderung aber auch auf den Vater übertragen werden.
    Wie die Grundzulage muss auch die Kinderzulage beim Versicherer separat beantragt werden.
  • Garantiezins: Jede Riester-Rente wird so gefördert, dass eine garantierte jährliche Rendite von 0,9 Prozent erzielt wird. Mit diesem Prozentsatz wird Ihr eingezahltes Kapital jedes Jahr mindestens verzinst. Auf diese Weise ergibt sich ein Zinseszinseffekt, durch welchen sich Ihr Kapital abhängig von der Laufzeit und der Höhe des eingezahlten Betrags exponentiell vergrößern kann. Trotz garantiertem Zins von 0,9 Prozent sollten Sie immer prüfen, ob andere Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge auch ohne staatliche Förderung lukrativer für Sie sein könnten.

Muss ich bei Kündigung der Riester-Rente staatliche Förderung zurückzahlen?

Bei einer Kündigung der Riester-Rente ist eine Rückzahlung der Zulagen erforderlich. Denn in diesem Fall wird der Vertrag „schädlich verwendet“. Gleiches gilt übrigens auch, wenn Sie als Versicherter das angesparte Kapital Ihres Riester-Vertrags nicht für die Altersvorsorge verwenden. Eine Rückzahlung der staatlichen Förderung kann ebenfalls gefordert werden, wenn Sie in ein Land außerhalb der EU ziehen. Denn in diesem Fall erlischt die Förderberechtigung für Ihre Riester-Rente.

Sobald Sie Ihren Riester-Renten-Vertrag kündigen, werden die bisher erhaltenen Zulagen addiert. Diese müssen Sie anschließend zurückzahlen. Deshalb ist es vor allem bei älteren Riester-Verträgen nicht ratsam, diese zu kündigen. Denn in diesem Fall müssten Sie mit hohen Rückforderungen der bisher erhaltenen Zulagen rechnen.

Ein Beispiel: Kündigen Sie einen Riester-Vertrag, den Sie bereits zehn Jahre nutzen, müssten Sie bei der bisherigen Grundzulage von 154 Euro pro Jahr schon 1.540 Euro an Zulagen zurückzahlen. Haben Sie außerdem Kinder, kommen diese Zulagen als Rückforderung noch dazu.

Bevor Sie einen Riester-Vertrag kündigen, sollten Sie sehr genau prüfen, ob die dadurch entstehenden Verluste durch höhere Gewinne in einer anderen Altersvorsorge ausgeglichen werden können. Empfehlenswert ist es meist eher, den Mindestjahresbetrag weiterzuzahlen, um die Förderung weiter zu erhalten. Sind Sie zum Beispiel finanziell nicht gutgestellt, weil Sie Hartz IV beziehen, dürfen Sie Ihren Riester-Vertrag weiter bedienen. Er zählt zum Schonvermögen, das nicht für die Berechnung Ihres Arbeitslosengeldes herangezogen wird.

Wer erhält Zulagen zur Riester-Rente?

Für den Erhalt der Riester-Rente-Zulagen ist es Voraussetzung, dass Sie überhaupt berechtigt sind, einen Riester-Vertrag abzuschließen. Gehören Sie zu dem Personenkreis, der „riestern“ kann, erhalten Sie automatisch die Grundzulage von 185 Euro pro Jahr. Haben Sie Kinder, die in Ihrem Haushalt leben, in der Ausbildung oder im Studium sind und das 25. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, bekommen Sie auch für diese Zulagen.

Zusammengefasst erhält jeder automatisch eine Zulage, der eine Riester-Rente abschließt. Versicherte mit Kindern können zusätzlich eine Kinderzulage pro Kind bekommen. Wie hoch bei der Riester-Rente die Zulagen für Kinder ausfallen, hängt davon ab, ob sie vor oder nach dem 31.12.2007 geboren wurden. Eine Beschränkung der Kinderzulage gibt es nicht. Sie erhalten diese für jedes Ihrer Kinder, sofern diese die Voraussetzungen erfüllen.

Beispiel: So funktioniert das Zulagensystem für die Riester-Rente

Sie haben ein Bruttoeinkommen von 40.000 Euro pro Jahr. Um die Riester-Rente-Förderung zu erhalten, müssen Sie mindestens vier Prozent davon in einen Riester-Vertrag einzahlen. In Ihrem Fall wären das 1.600 Euro. Das entspricht knapp 133 Euro pro Monat.

Haben Sie keine Kinder, können Sie von den vier Prozent Mindesteinlage, also 1.600 Euro, die Grundzulage von 175 Euro abziehen. Dann bleiben noch 1.425 Euro übrig. Sie müssen dank staatlicher Förderung also nur noch rund 119 Euro monatlich für die Riester-Rentenversicherung bezahlen.

Haben Sie zwei Kinder, die im Jahr 2008 und später geboren wurden, können Sie von den 1.425 Euro Mindestzahlung für den Riestervertrag pro Kind 300 Euro abziehen. Sie müssten dann nur noch 825 Euro pro Jahr in Ihren Riestervertrag einzahlen, um insgesamt 1.600 Euro pro Jahr zu sparen. Der monatliche Beitrag würde sich dann auf knapp 69 Euro reduzieren.

Wie beantragen Sie Riester-Rente-Zulagen?

Wenn Sie für die Riester-Rente Zulagen beantragen wollen, müssen Sie das bei Ihrem Versicherer angeben. Hierfür gibt es den „Antrag auf Altersvorsorgezulage“. Dieser kann bis zu zwei Jahre rückwirkend gestellt werden. So können Sie für Ihren Riester-Vertrag im Jahr 2020 noch Zulagen für das Jahr 2018 einfordern, sofern Sie dafür noch keinen Antrag gestellt haben.
Damit Sie Ihre Riester-Rente-Zulagen nicht jedes Jahr erneut beantragen müssen, können Sie einen sogenannten Dauerzulagenantrag einrichten. Dann werden diese Zulagen automatisch jedes Jahr in Ihren Vertrag eingezahlt.

Jeder Versicherte ist in der Riester-Rente automatisch zulagenberechtigt. Wenn Sie allerdings Zulagen für Ihre Kinder beantragen, sollten Sie vor allem dann aufpassen, wenn die Kinder eine eigene sozialversicherungspflichtige Arbeit annehmen oder das 25. Lebensjahr erreichen. Denn dann erlischt Ihr Anspruch auf die Kinderzulage.

Berufseinsteigerbonus Riester:
Um jüngeren Menschen einen Anreiz zu geben, in eine Riester-Rente zu investieren, gibt der Staat Berufsanfängern bis 25 Jahren einen einmaligen Zuschuss von 200 Euro. Voraussetzung ist, dass diese eine Riester-Rente abschließen. Um den Berufseinsteigerbonus zu erhalten, müssen dementsprechend die notwendige Mindestsparleistung von vier Prozent des letzten jährlichen Bruttogehalts oder mindestens 60 Euro pro Jahr in einen Riester-Rentenvertrag eingezahlt werden.

Fazit: Sparen bei der Altersvorsorge – Riester-Rente mit Förderungen und Zulagen

Wer bei der Altersvorsorge sparen möchte, kann mit der Förderung der Riester-Rente und Zulagen deutlich profitieren. Insbesondere Versicherte mit Kindern haben die Möglichkeit, ihren Eigenanteil für die Altersvorsorge durch die Zulagen stark zu senken. Damit bleibt monatlich ein höherer finanzieller Spielraum trotz Einzahlung in die private Altersvorsorge.

Um die Riester-Rente-Förderung zu berechnen, können Sie die Zulagen vom Mindesteinzahlungsbetrag von vier Prozent Ihres Bruttoeinkommens abziehen. Dann wissen Sie, wie viel Sie bei der geförderten Rentenversicherung monatlich zurücklegen müssen.

Wichtig: Damit Sie den Riester-Zuschuss erhalten, müssen Sie die Mindestsumme regelmäßig in den Vertrag einzahlen. Sonst erlischt Ihr Förderanspruch. Darüber hinaus müssen Zulagen beantragt werden. Das kann auch bis zu zwei Jahre rückwirkend erfolgen.

Ob eine Riester-Rente sinnvoll für Sie ist, können Sie gerne in einem individuellen Beratungsgespräch mit den Experten von wefox ermitteln. Meist ist ein solcher Vertrag sinnvoll, um überhaupt die Förderung durch Zulagen zu erhalten oder die Steuervorteile zu nutzen. Da die private Altersvorsorge ohnehin besser auf mehrere „Beine“ gestellt werden sollte, ist eine individuelle Beratung empfehlenswert. Gemeinsam mit Ihnen suchen unsere Berater die optimale private Altersvorsorge für Sie. Gerne helfen wir Ihnen auch bei Fragen rund um die Riester-Rente-Förderung weiter.

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