Riester Rente Sinnvoll2019-04-17T11:39:34+02:00
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Ist die Riester-Rente
sinnvoll?

Die Riester-Rente ist eine beliebte Form der privaten Altersvorsorge, denn sie wird mit Steuervergünstigungen und Zulagen gefördert. Doch für wen ist die Riester-Rente sinnvoll und für wen eher nicht? Wir zeigen Ihnen, wann und warum sich diese Form der privaten Rentenversicherung lohnt.

Private Rentenversicherung erhöht finanzielle Absicherung im Alter

Bevor wir die Frage, ob eine Riester-Rente sinnvoll ist oder nicht, beantworten, sollten wir kurz klären, warum eine private Rentenversicherung allgemein Sinn ergibt. Wer angestellt ist und in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, wird selbst bei maximal möglichen Berufsjahren im Rentenalter nur einen Bruchteil seines letzten Nettogehalts bekommen. Wollen Sie Ihren bisherigen Lebensstandard zumindest ansatzweise im Rentenalter aufrechterhalten, müssen Sie privat vorsorgen. Eine Riester-Rente kann dafür eine sinnvolle Ergänzung sein.

Sind Sie selbständig, müssen Sie sich in vollem Umfang um Ihre Altersvorsorge kümmern. Ihnen stehen dafür viele verschiedene Möglichkeiten offen, u.a. die staatlich geförderte „Rürup“-Rente.

Für wen ist die Riester-Rente sinnvoll?

Was die Riester-Rente gegenüber anderen Formen der privaten Altersvorsorge auszeichnet, sind die Zulagen, die Sie in voller Höhe erhalten, wenn Sie mindestens vier Prozent Ihres zu versteuernden Einkommens in einen Riester-Vertrag investieren. Maximal sind das 2.100 Euro, abzüglich der möglichen Zulagen. Die Grundzulage beträgt seit 2018 175 Euro pro Jahr. Dieses Geld erhalten Sie mit einer Riester-Rentenversicherung während der Einzahlphase jedes Jahr als Zulage für Ihr angespartes Kapital.

Haben Sie zum Beispiel einen Riester-Rentenvertrag, der 30 Jahre lang bis zu Ihrem Rentenalter läuft, erhalten Sie insgesamt einen staatlichen Zuschuss von 5.200 Euro. Für jedes vor 2008 geborene Kind bekommen Sie 185 Euro und für jedes nach 2008 geborene 300 Euro Kinderzulage. Die Zulage wird bis zum 25. Lebensjahr gezahlt. Steht Ihr Kind auf eigenen finanziellen Beinen und befindet sich nicht mehr im Studium oder der Ausbildung, fällt die Zulage weg. Um überhaupt Riester-Förderung für die private Rentenversicherung zu erhalten, muss mindestens der Sockelbetrag von 60 Euro pro Jahr in den Vertrag eingezahlt werden.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen, in welchem Fall eine Riester-Rente Sinn ergibt oder eher nicht:

Ist die Riester-Rente als Student sinnvoll?

Die Riester-Rente ist für Beamte und Angestellte möglich, die einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen. Diese Bedingung gilt auch für Studierende, die riestern wollen. Wenn Sie studieren und einem Minijob nachgehen, können Sie sich Ihre private Altersvorsorge mit einer Riester-Rentenversicherung staatlich fördern lassen und zumindest die jährliche Zulage von 175 Euro erhalten. Voraussetzung dafür ist ebenfalls, dass Sie mindestens vier Prozent Ihres jährlichen Nettoeinkommens in den Vertrag einzahlen. Da Sie mit einem Minijob ohnehin kein hohes Einkommen erzielen, macht sich die Zulage im Verhältnis noch stärker bemerkbar. Dies gilt übrigens auch für Studierende, die ein Duales Studium ausüben. Auf ihr Gehalt fallen nämlich Sozialabgaben an, eine Voraussetzung für den Zugang zur Riester-Rentenversicherung.

Studierende mit Kindern profitieren noch stärker von der Riester-Rente, denn sie können zusätzlich 300 Euro pro Kind erhalten, das nach 2008 geboren wurde.

Ein Beispiel: Sie studieren, haben ein Kind und sind 25 Jahre alt. Wenn Sie vier Prozent Ihres Einkommens aus einem Mini-Job und später vier Prozent Ihrer anderen sozialversicherungspflichtigen Jobs in die Riester-Rente einzahlen, können Sie bei einer Vertragslaufzeit von 35 Jahren 6.125 Euro Zulage bekommen. Ist Ihr Kind bei Vertragsabschluss ein Jahr alt, können Sie rund 24 Jahre lang jedes Jahr eine Kinderzulage von 300 Euro erhalten. Diese Zulage summiert sich auf 7.200 Euro für die gesamte Laufzeit. Somit lohnt es sich in der Regel schon allein wegen den Zulagen, wenn Sie als Studentin oder Student mit Kind einen Riester Vertrag abschließen.

Auch steuerlich lohnt sich die Riester-Rente für Studierende, denn sie können die Ausgaben für die Versicherung als Vorsorgeaufwendungen von der Steuer absetzen. Hierfür müssen sie eine Steuererklärung abgeben.

Ist die Riester-Rente für Lehrer sinnvoll?

Lehrer können einen Riester-Rente abschließen, unabhängig davon, ob sie angestellt sind oder verbeamtet. Wie alle anderen Riester-Berechtigten können auch Lehrer von den staatlichen Zulagen sowie Steuervorteilen in der Ansparphase der Riester-Rente profitieren. Um die Zulagen in voller Höhe zu bekommen, müssen auch Lehrer mindestens vier Prozent ihres jährlichen Gehalts in den Riester-Vertrag einzahlen.

Die steuerlichen Vorteile bieten sich vor allem für Referendare an, die während des Referendariats noch keine hohen Versicherungsbeiträge bezahlen, sodass sie damit in der Regel nicht den absetzbaren Höchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen von 2.100 Euro erreichen. Zusammen mit den Beiträgen für die Riester-Rente lassen sich dann die 2.100 Euro voll ausschöpfen.

Sinnvoll wird die Riester-Rente für Lehrer vor allem dann, wenn sie eigene Kinder haben. Denn so bekommen sie nicht nur die Grundzulage von 175 Euro pro Jahr, sondern 300 Euro pro Kind.
Ein weiterer Vorteil: Kümmert sich ein Ehepartner um die Kinder und arbeitet deshalb nicht oder weniger, kann er ebenfalls mitriestern und auch die Zulage von 175 Euro erhalten, wenn er vier Prozent des gemeinsamen Nettoeinkommens in eine Riester-Rente investiert.

Verbeamtete Lehrer genießen im Vergleich zu angestellten Lehrern meist ein höheres Ruhegehalt. Doch kann es auch für diese Berufsgruppen sinnvoll sein, eine Riester-Rente abzuschließen, um die bestehende Rente sinnvoll mit einer geförderten privaten Rentenversicherung zu ergänzen. Vor allem für Versicherte mit Kindern ist diese Zusatzrente aufgrund der Zulagen sinnvoll.

Ist eine Riester-Rente sinnvoll für Beamte?

Beamte gelten allgemein als sehr gut abgesichert. Das gilt auch für das Ruhegehalt, wenn Beamte in ihrem Berusleben ausreichend viele Dienstjahre gesammelt haben. Wer aber erst mit Ende 30 oder später verbeamtet wird, kann nur wenige Dienstjahre für ein ansprechendes Ruhegehalt sammeln. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, das Ruhegehalt mit einer privaten Altersvorsorge zu ergänzen.

Ob eine Riester-Rente für Beamte sinnvoll ist, hängt dabei u.a. davon ab, ob Kinder vorhanden sind und wie hoch die Einkünfte sind. Beamte mit Kindern können wie alle anderen von der hohen Kinderzulage der Riester-Rente profitieren. Beamte mit höherem Einkommen haben die Möglichkeit, die Beiträge für die Riester-Rente steuerlich abzusetzen.

Von den Zulagen können Beamte auch dann profitieren, wenn sie bei der Verbeamtung schon älter sind. Viele Versicherungen bieten Riester-Verträge mit Laufzeiten von 15 oder 20 Jahren an.

Ist die Riester-Rente für Selbständige sinnvoll?

Selbständige müssen sich grundsätzlich selbst versichern, das gilt auch für die Altersvorsorge. Allerdings ist die Riester-Rente in der Regel nur für Angestellte oder Beamte vorgesehen. In Ausnahmefällen können aber auch Selbständige eine Riester-Rente abschließen.
So können selbständige Ehepartner eine Riester-Rente abschließen, wenn die Ehepartnerin der der Ehepartner förderberechtigt ist und bereits in einen Riester-Vertrag einzahlt.
Riestern können Selbständige auch dann, wenn sie gesetzlich krankenversichert sind. Das sind zum Beispiel alle Selbständigen, die sich über die Künstlersozialkasse (KSK) versichert haben.

Gerade für Künstler oder Kreative mit geringem Einkommen, die Mitglied der KSK sind, kann eine Riester-Rente sinnvoll sein. Denn schon mit dem geringen Sockelbetrag von 60 Euro kann Riester-Förderung beantragt werden. Darüber hinaus haben die Versicherten die Möglichkeit, bei Beiträgen in Höhe von vier Prozent die volle Förderung zu bekommen. Künstler und Kreative mit Kindern profitieren wie alle anderen zusätzlich von der Kinderzulage.

Weniger sinnvoll ist die Riester-Rente jedoch für besser verdienende Selbständige. Bis auf die Zulagen bietet die Rente keine besonderen Vorzüge. Viel lukrativer kann in diesem Fall der Abschluss einer sogenannten Rürup-Rente sein. Sie gilt als Basisversicherung für die Altersvorsorge und somit können Selbständige die Beiträge in voller Höhe steuerlich geltend machen. Die maximale Höhe richtet sich an den Beiträgen für die Knappschaft. 2019 liegt diese Summe bei über 23.000 Euro. Mit der Rürup-Rente sorgen Selbständige somit nicht nur fürs Alter vor, sondern sie können ihre jährliche Steuerlast deutlich senken.

Ist eine Riester-Rente für Azubis sinnvoll?

Mit der privaten Altersvorsorge sollten Versicherte so früh wie möglich beginnen. Denn unabhängig davon, welchen beruflichen Weg sie später einschlagen werden, allein mit der gesetzlichen Rente werden sie keine ausreichend hohe Absicherung im Alter haben.

Somit kann die Riester-Rente für Azubis sinnvoll sein. Denn sie haben nur geringe Einkünfte und können ihre Beiträge aufgrund der niedrigen Kosten für Kranken- und Pflegeversicherung zusätzlich steuerlich geltend machen. Mit der jährlichen Zulage wird die Riester-Rente außerdem attraktiv.

Ob aber nur die Riester-Rente für Azubis sinnvoll ist oder ob sich andere Formen der privaten Altersvorsorge eher lohnen, können unsere Experten im unverbindlichen Beratungsgespräch gerne mit Ihnen abklären.

Wenn Sie Ihre Ausbildung abgeschlossen haben und danach in den Beruf einsteigen, können Sie mit einem Riester-Rentenvertrag einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro beantragen. Voraussetzung dafür ist, dass Sie das 25. Lebensjahr nicht überschritten haben und erstmals eine Riester-Zulage beantragen.

Ist die Riester-Rente sinnvoll für Singles?

Die Riester-Rente ist vor allem durch die Zulagen attraktiv, die Versicherte mit Kindern erhalten. Somit kann die Riester-Rente für Singles sinnvoll sein, wenn sie alleinerziehend sind. Sinn ergibt die Riester-Rente außerdem für Singles, wenn sie besserverdienend und angestellt sind. Denn dann gilt für sie ein höherer Einkommensteuersatz. Der Vorteil der Riester-Rente ist, dass die Beiträge für die Riester-Rente abgesetzt werden können.

Allerdings sollten Sie als Single prüfen, ob es zwingend ein Riester-Vertrag sein muss, den Sie abschließen oder ob andere Varianten der privaten Altersvorsorge mehr Rendite und bessere Steuervorteile bringen können. Dies gilt vor allem dann, wenn Sie Single und selbständig sind.

Ist die Riester-Rente sinnvoll im öffentlichen Dienst?

Im öffentlichen Dienst profitieren Angestellte meist von einem sicheren Arbeitsplatz. Allerdings liegt die Vergütung deutlich unter dem Gehalt von Beamten. Dieses geringere Einkommen macht sich auch im Alter bemerkbar, denn die gesetzliche Rente wird für Angestellte im Ruhestand nicht ausreichen, um den bisherigen Lebensstandard beizubehalten. Die Riester-Rente kann für Angestellte im öffentlichen Dienst deshalb Sinn ergeben.

Am meisten Sinn ergibt eine Riester-Rente im öffentlichen Dienst, wenn die Versicherten Kinder haben. Denn dann kommen die Zulagen zum Tragen. Diese wirken sich besonders aus, wenn das Einkommen geringer ist.

Auch wenn Versicherte die Riester-Rente während der Auszahlungsphase voll mit ihrem persönlichen Einkommensteuersatz versteuern müssen, kann sich ein Riester-Tarif lohnen.

Riester-Rente und Gehalt: Ist die staatlich geförderte Rentenversicherung für Geringverdiener oder Gutverdiener sinnvoller?
Wer Geringverdiener ist, kann mit der Riester-Rente im Alter profitieren. Denn wer im Alter Grundsicherung erhält, darf seit 2018 100 Euro bzw. maximal 200 Euro seiner Riester-Rente ohne Abzüge behalten.
Gutverdiener ohne Kinder können hingegen in der Einzahlphase profitieren. Denn sie haben meist einen höheren Steuersatz. Somit macht sich die Reduzierung der Steuerlast durch das Absetzen der Vorsorgeaufwendungen stärker bemerkbar.
Allgemein gilt: Die Riester-Rente ist für Familien mit Kindern sinnvoll, denn es sind gerade die Kinderzulagen, welche die Riester-Verträge attraktiv machen.

Fazit: Die Riester-Rente – eine sinnvolle Altersvorsorge

Ob eine Riester-Rente sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Voraussetzungen ab. Grundsätzlich ist diese Form der geförderten privaten Rentenversicherung eine mögliche Ergänzung zur gesetzlichen Rente oder Betriebsrente.

Gerne helfen wir Ihnen bei der Entscheidung weiter. Unsere Experten ermitteln in einem unverbindlichen und kostenlosen Beratungsgespräch, ob eine Riester-Rente für Ihre Lebensumstände und Ansprüche an eine Altersabsicherung geeignet ist.

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