Risikolebensversicherung Gesundheitsfragen2019-04-02T17:55:08+02:00
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Risikolebensversicherung & Gesundheitsfragen –
Ehrlichkeit währt am längsten

Mit einer Risikolebensversicherung sichern Sie Ihre Angehörigen finanziell ab, für den Fall dass Sie unerwartet versterben sollten. Damit eine Versicherungsgesellschaft dieses Risiko auf der Basis Ihres Gesundheitszustands kalkulieren kann, müssen für die Risikolebensversicherung Gesundheitsfragen beantwortet werden. Eine Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsfragen gibt es nicht. Warum das so ist und welche Fragen Sie für eine Risiko-LV beantworten müssen, erfahren Sie hier.

Welche Gesundheitsfragen können beim Abschluss einer Risikolebensversicherung gestellt werden?

Bei der Bezeichnung „Gesundheitsprüfung“ denken viele Versicherte im Vorfeld auf eine Aufgabe, die sie erfüllen müssen. Doch bei den Gesundheitsfragen für eine Risikolebensversicherung müssen Sie lediglich einen vorgefertigten Fragekatalog ehrlich beantworten. Dieser Gesundheitsfragebogen bezieht sowohl körperliche als auch psychische Vorerkrankungen mit ein. Denn alle Vorerkrankungen sowie aktuelle chronische Krankheiten haben statistisch gesehen Einfluss auf Ihre Lebenserwartung.

Anhand statistischer Werte prüfen Versicherungsgesellschaften, ob Sie problemlos oder mit Einschränkungen versicherbar sind. Darüber hinaus kann anhand Ihrer Antworten auch ermittelt werden, ob Ihre Vorerkrankungen zu nicht versicherbaren Risiken führen.

Wichtig ist, dass Sie Ihre Gesundheitsfragen korrekt beantworten. Denn nur so kann das Versicherungsunternehmen Ihren Beitrag auf das versicherte Risiko abstimmen. Wichtig zu wissen ist auch, dass nicht jede Vorerkrankung automatisch zu einem höheren Versicherungsrisiko und somit zu einem höheren Beitrag führt. Darüber hinaus gibt es für Versicherer ebenso die Möglichkeit, bestimmte Vorerkrankungen oder Krankheiten vom Versicherungsschutz auszuschließen.

Folgende Bereiche werden von den Gesundheitsfragen der Risikolebensversicherung abgedeckt:

  • Herz- und Kreislaufsystem: Hier möchten die Versicherer wissen, ob Sie zum Beispiel schon einmal einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten. Angeben müssen Sie außerdem, ob Sie an Bluthochdruck leiden oder Probleme mit den Herzkranzgefäßen haben.
  • Verdauung: Erkrankungen an Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse, Leber oder Galle müssen aufgeführt werden.
  • Atmung: Leiden Sie an Asthma oder hatten Sie einmal eine Lungenentzündung, müssen diese Krankheiten ebenso wie eine chronische Bronchitis an die Versicherung gemeldet werden.
  • Ausscheidungsorgane: Leiden Sie an Nierenkrankheiten oder einer Blasenerkrankung, möchte die Versicherung das wissen. Hierzu gehören auch Krebserkrankungen in diesen Bereichen.
  • Geschlechtsorgane: Waren Sie wegen der Gebärmutter oder wegen Brusterkrankungen in Behandlung, müssen Sie diese Krankheiten in den Gesundheitsfragen angeben.
  • Blut: Sind Sie Bluter, ist ein Hinweis im Gesundheitsfragebogen erforderlich.
  • Stoffwechsel: Ob Sie an Diabetes, an erhöhten Cholesterinwerten oder an einer Schilddrüsenerkrankung leiden, spielt für die Einstufung des Versicherungsrisikos ebenfalls eine wichtige Rolle.
  • Psyche: Wer an Depressionen, Schizophrenie oder einer Borderline Persönlichkeitsstörung leidet, muss das in den Gesundheitsfragen angeben. Häufig sind diese psychischen Erkrankungen mit einer erhöhten Suizidalität verbunden. Zu den relevanten psychischen Leiden gehören aber auch Bulimie oder Anorexie.
  • Nervensystem: Wer chronisch an Migräne leidet oder an Multipler Sklerose erkrankt ist, muss das in den Gesundheitsfragebögen angeben.
  • Gelenke und Bindegewebe: Rheumatismus, Arthritis oder Morbus Bechterew gehören zu den Krankheiten, die im Gesundheitsfragebogen abgefragt werden.
  • Infektionen: HIV oder Hepatitis sind ebenso wie Tuberkulose bei den Gesundheitsfragen anzugeben. Auch Tropenkrankheiten wie Malaria, Chagas-Fieber, Dengue-Fieber und andere Erkrankungen müssen an die Versicherungsgesellschaft übermittelt werden.
  • Bewegungsapparat: Wer einen Bandscheibenvorfall hatte, muss eine solche Einschränkung in den Gesundheitsfragen beantworten.

Allgemein sind Krebserkrankungen jeglicher Art im Gesundheitsfragebogen anzugeben.
Darüber hinaus wollen die Versicherer wissen, wie schwer Sie sind und ob Sie rauchen. Angeben müssen Sie zusätzlich, ob Sie in einem bestimmten Zeitraum vor der Antragstellung mehr als vier Wochen arbeitsunfähig waren.

Unabhängig von den jeweiligen Krankheiten werden mit den Gesundheitsfragen stationäre Aufenthalte oder OPs im Krankenhaus abgefragt. Darüber hinaus ist die Angabe von riskanten Sportarten, Hobbys und Berufen sowie die Antwort auf die Frage, ob der Antragsteller Rauschmittel konsumiert, erforderlich. Anhand Ihrer Angaben macht sich ein Gutachter der Versicherung ein umfassendes Bild von Ihrem Gesundheitszustand und kalkuliert daraufhin Ihr Versicherungsrisiko.

Des Weiteren müssen Sie im Rahmen der Gesundheitsprüfung meist beantworten, ob Sie vorhaben, längere Zeit außerhalb der EU zu leben.

Es gibt keine einheitliche Vorgabe, wie die Gesundheitsfragen der Risikolebensversicherung gestellt werden müssen. Deshalb können diese Fragen von Versicherer zu Versicherer unterschiedliche ausfallen.

Wir zeigen Ihnen hier Beispiele für mögliche Gesundheitsfragen einer Risikolebensversicherung:

  • Sind Sie Nichtraucher? Wenn ja, seit wann?
  • Sind Sie bei privaten Hobbys Gefahren ausgesetzt? Wenn ja, welche sind das?
  • Sind Sie aktuell in psychotherapeutischer Behandlung bei einem Arzt oder Therapeuten?
  • Waren Sie in den letzten fünf Jahren aus gesundheitlichen Gründen länger als vier Wochen arbeitsunfähig krankgeschrieben?
  • Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein? Welche sind das?
  • Wurde bei Ihnen eine HIV-Infektion oder eine Krebserkrankung festgestellt?
  • Wurden Sie in den letzten fünf Jahren wegen einer der folgenden Erkrankungen behandelt?

Manche Anbieter verwenden für die Risikolebensversicherung vereinfachte Gesundheitsfragen. Dies bedeutet, dass der Fragenkatalog bei der Beantwortung zentraler Fragen abgekürzt wird und dass der Versicherer nicht weiter nachfragt. Von dieser Vorgehensweise profitieren vor allem sehr gesunde, jüngere Antragsteller, die ein Darlehen aufnehmen und dieses mit einer Risikolebensversicherung absichern wollen. Die verkürzten Gesundheitsfragen sind jedoch kein Regelfall, sondern eben nur auf diese spezielle Konstellation beschränkt.

Gibt es Risikolebensversicherungen ohne Gesundheitsfragen?

Eine Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsfragen gibt es nicht. Das hat auch einen einfachen Grund. Denn ohne die vorherige Prüfung des Gesundheitszustands von Versicherten wäre eine Risikolebensversicherung für den Versicherer ein unkalkulierbares Risiko. Um dieses Risiko zu kompensieren, müsste die Versicherungsgesellschaft die Beiträge für eine entsprechende Police sehr stark erhöhen. Mit dem „Vorschalten“ der Gesundheitsfragen können Versicherer hingegen risikogerechte Beiträge erheben. Wer gesünder ist, bezahlt somit weniger für seine Risikolebensversicherung.

Doch obwohl es keine Risiko-LV ohne Gesundheitsfragen gibt, können Sie eine solche Police abschließen, auch wenn Sie Vorerkrankungen haben. Mit Hilfe der Gesundheitsprüfung ermittelt der Versicherer dann, wie hoch das Versicherungsrisiko ist und ob das Risiko versicherbar ist.

Es gibt jedoch einen Ausnahmefall, in welchem die Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsfragen auskommt. Davon betroffen sind Verträge mit einer sogenannten „Nachversicherungsgarantie“. Enthält Ihr Vertrag diese Möglichkeit, können Sie die Versicherungssumme Ihrer Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsfragen erhöhen. Selbst wenn Sie im Laufe der bisherigen Versicherungszeit an neuen Krankheiten leiden, finden diese bei der Nachversicherung keine Berücksichtigung. Eine Risikolebensversicherung mit Nachversicherungsgarantie ist immer sinnvoll, wenn sich Lebensumstände verändern können, die eine Erhöhung der Versicherungssumme sinnvoll machen.

Sie können Ihre bestehende Risikolebensversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen, sofern entsprechende Optionen vereinbart sind. Das gilt zum Beispiel in folgenden Fällen:

  • Sie haben Nachwuchs bekommen oder ein Kind adoptiert und möchten dieses Kind im Falle Ihres Ablebens absichern.
  • Sie haben Ihre Partnerin oder Ihren Partner geheiratet und möchten, dass sie oder er finanziell abgesichert ist, wenn Ihnen etwas zustößt.
  • Sie haben eine Immobilie gekauft oder ein Eigenheim gebaut und benötigen eine höhere Versicherungssumme, um den Immobilienkredit abzusichern.
  • Sie haben noch studiert und nehmen jetzt einen Beruf auf. Die Risikolebensversicherung sollte dann an den neuen Lebensstandard angepasst werden.

Die Versicherungsgesellschaften geben Ihnen im Zuge der Nachversicherungsgarantie die Möglichkeit, die Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsprüfung innerhalb von drei Monaten nach Eintreten der neuen Lebensumstände anzupassen. Dabei sollten Sie jedoch auf die Vertragsbedingungen achten, denn üblicherweise ist die Höhe der Nachversicherungssumme begrenzt. Ebenso können Sie sich ohne erneute Gesundheitsprüfung in der Regel nur bis zu einem festgelegten Alter nachversichern. Außerdem ist eine Anpassung der Versicherungssumme nicht in unbegrenzter Zahl möglich.

Möchten Sie mehr darüber wissen, wie Sie Ihre bestehende Risiko-LV ohne Gesundheitsprüfung aufstocken können oder ob sich eine andere Police lohnen würde? Dann nehmen Sie hier am besten Kontakt zu den wefox-Experten auf, um einen unverbindlichen Beratungstermin zu vereinbaren!

Müssen die Gesundheitsfragen in der Risikolebensversicherung ehrlich beantwortet werden?

Sie sind gegenüber dem Anbieter verpflichtet, für eine Risikolebensversicherung Gesundheitsfragen ehrlich zu beantworten. Deshalb sollten Sie sich Zeit für die Beantwortung der Fragen nehmen. Sind Sie unsicher, wann eine Krankheit bei Ihnen festgestellt wurde oder an welcher Krankheit Sie genau leiden, sollten Sie Kontakt zu den Ärzten aufnehmen, die Sie bisher behandelt werden. Von diesen erfahren Sie anhand Ihrer Krankenakte alle Details.

Mit dem Antrag auf eine Risikolebensversicherung beantworten Sie zunächst die Gesundheitsfragen so ehrlich wie möglich. Häufig kann es vorkommen, dass ein Versicherer weitere Fragen zu einzelnen Aspekten des Gesundheitsfragebogens hat. In manchen Fällen fordern Versicherungsgesellschaften auch Atteste oder ein Gutachten von einem Mediziner an. Je nachdem, um welche Vorerkrankungen es sich handelt, kann die Versicherung Sie auch bitten, Ihren behandelnden Arzt von seiner ärztlichen Schweigepflicht zu befreien. Dann kann die Versicherung direkt bei Ihrem Arzt nachprüfen, in welchem Umfang Sie an einer bestimmten Krankheit gelitten haben oder aktuell noch leiden.

Wer für die Risikolebensversicherung Gesundheitsfragen falsch beantwortet, riskiert seinen Versicherungsschutz und noch mehr.

Was kann bei falschen Angaben bei den Gesundheitsfragen in der Risikolebensversicherung passieren?

Abgefragt wird für die Risikolebensversicherung-Gesundheitsfragen meist ein bestimmter Zeitraum. Dieser liegt üblicherweise zwischen zwei und fünf Jahren. Nach manchen Krankheiten wird auch ohne einen speziellen Zeitraum gefragt.

Unabhängig vom vorgegebenen Zeitrahmen sollten Sie die Gesundheitsfragen immer wahrheitsgemäß beantworten. Denn für Versicherte gilt beim Abschluss einer Risiko-LV die sogenannte „vorvertragliche Anzeigepflicht“. Demnach muss ein Versicherter laut Paragraph 19 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) „bis zur Abgabe seiner Vertragserklärung die ihm bekannten Gefahrumstände, die für den Entschluss des Versicherers, den Vertrag mit dem vereinbarten Inhalt zu schließen, erheblich sind und nach denen der Versicherer in Textform gefragt hat, dem Versicherer anzeigen“. Kurz gefasst: Sie sind verpflichtet dazu, korrekte Angaben in den Gesundheitsfragen zu machen.

Werden die Fragen in der Gesundheitsprüfung zur Risikolebensversicherung falsch beantwortet, riskieren Sie Ihren Versicherungsschutz. Bei Falschangaben kann das Versicherungsunternehmen von einer „arglistigen Täuschung“ ausgehen. In diesem Fall ist der Versicherer dazu berechtigt, alle bisher erhaltenen Leistungen zurückzufordern. Alles, was Sie bis dahin in die Versicherung eingezahlt haben, wird bei arglistiger Täuschung nicht zurückerstattet. Dabei schützt es Sie auch nicht, wenn Sie aus Versehen falsche oder keine Angaben zu Krankheiten gemacht haben.
Stellt der Versicherer innerhalb des ersten Monats Fehler bei den Gesundheitsfragen fest, hat er das Recht, den Vertrag einseitig zu kündigen, die Beiträge zu erhöhen oder Leistungsausschlüsse festzulegen.

Versicherungsgesellschaften haben nach Ablauf des ersten Monats sogar die Möglichkeit, einen Versicherungsvertrag dann anzufechten, wenn die verschwiegene Krankheit keinen Einfluss auf den Versicherungsfall hat.

Ein Beispiel: Die Risikolebensversicherung soll die vereinbarte Versicherungssumme bezahlen, weil der Versicherte an einem Schlaganfall verstorben ist. Stellt das Versicherungsunternehmen jedoch fest, dass der Versicherte bei der Antragstellung nicht angegeben hat, dass er regelmäßig viel Alkohol getrunken hat, kann sie die Auszahlung verweigern.

Die Möglichkeit zur Anfechtung eines Vertrags gilt jedoch nur innerhalb der ersten zehn Jahre nach Vertragsabschluss. Nach Ablauf dieser Zeit ist die arglistige Täuschung verjährt. Allerdings sollten Versicherungsnehmer nicht auf diese Zeitspanne setzen und ihren Versicherungsschutz durch Falschangaben bei den Gesundheitsfragen für die Risikolebensversicherung riskieren. So kann die Versicherung auch nach dem Vertragsabschluss innerhalb der zehn Jahre jederzeit noch einmal Belege für die Angaben in den Gesundheitsfragen nachfordern.

Fazit: Ehrlichkeit währt am längsten – Gesundheitsfragen in der Risikolebensversicherung

Wer eine Risikolebensversicherung abschließen möchte, muss immer Gesundheitsfragen beantworten. Diese Fragen sind wichtig, damit die Versicherung das mit dem Vertrag verbundene Risiko korrekt kalkulieren kann. Somit werden hohe Beiträge vermieden und alle Versicherten gerecht abgesichert.

Wer die Gesundheitsfragen der Risikolebensversicherung falsch beantwortet, ist somit unfair den anderen Versicherungsnehmern gegenüber. Und noch viel schlimmer: Er riskiert, dass seine Angehörigen im Schadensfall keine Leistungen aus der Police erhalten. Falsche Angaben bei den Gesundheitsfragen sind keine Option. Um sicherzugehen, sollten Sie bei Zweifeln immer Ihre behandelnden Ärzte kontaktieren, um sich genau über Ihre Vorerkrankungen zu informieren.

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