Zahnzusatzversicherung bei fehlenden Zähnen 2018-11-27T14:35:25+00:00
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Zahnzusatzversicherung bei
fehlenden Zähnen

zahnzusatzversicherung bei fehlenden zähnen
Lesezeit: 12 min

Viele Patienten trauen sich nicht eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen, wenn bereits ein Zahn oder mehrere Zähne fehlen. Allerdings gibt es durchaus Tarife, welche Patienten auch mit Zahnlücke aufnehmen. Allerdings müssen dabei verschiedene Bedingungen beachtet werden. In diesem Artikel erfahren Sie, worauf es bei Zahnzusatzversicherungen für fehlende Zähne ankommt.

Warum ist es wichtig, Zahnlücken zu schließen?

Was bei Kindern in der Übergangszeit von den Milchzähnen zum bleibenden Gebiss natürlich entsteht, kann bei Erwachsenen zu ganz unterschiedlichen Problemen führen: Die Zahnlücke.
Jedes Gebiss hat seine eigene Statik, die durch lückenlose Zahnreihen im Ober- und Unterkiefer sichergestellt wird. Fehlt nun ein Zahn, können die Nachbarzähne sich mit der Zeit in diese Lücke bewegen. Dadurch kann sich das Kauverhalten ändern, wodurch weitere Fehlstellungen im Gebiss möglich werden. Durch die Fehlstellungen kann sich schließlich die Stabilität weiterer Zähne verschlechtern, sodass auch diese gefährdet sind auszufallen. Durch die Zahnlücke kann außerdem der Kieferknochen an dieser Stelle zurückgehen, wodurch der Prozess der fortschreitenden Instabilität noch verstärkt wird.
Durch einen Lückenschluss mit Zahnersatz in Form eines Implantats, einer Brücke oder Prothese kann verhindert werden, dass die Kiefersymmetrie leidet und das Gebiss instabil wird.

Voraussetzungen, damit eine Zahnzusatzversicherung auch bei fehlenden Zähnen möglich ist

Nicht jeder Tarif leistet bei fehlenden Zähnen. Folgende Voraussetzungen sind jedoch in der Regel nötig, damit ein Versicherer dennoch Kosten für Maßnahmen aufgrund von Zahnlücken übernimmt.

  • Versicherungsfall ist noch nicht eingetreten:
    Die Chancen auf eine Versicherung für Zahnlücken stehen gut, wenn zwar ein Zahn oder Zähne fehlen, der Zahnarzt dafür aber noch keinen Zahnersatz empfohlen hat. Wurde der Zahnersatz bereits geplant, ist diese Leistung in der Regel nicht mehr mitzuversichern. Wenn also noch kein Zahnersatz für Ihre Zahnlücken notwendig war, können fehlende Zähne in der Regel über die Zahnzusatzversicherung mitversichert werden.
  • Anzahl der fehlenden Zähne:
    Üblicherweise schränken die Versicherungsgesellschaften die Anzahl mitversicherter fehlender Zähne ein. Das Maximum an Zahnlücken liegt meist bei drei. Fehlt ein vierter Zahn, werden Versicherungsanträge häufig abgelehnt. Allerdings gibt es einige Versicherer, die Ausnahmen machen und Versicherungsschutz für bis zu acht fehlende Zähne anbieten. Mit steigender Zahl an Zahnlücken müssen jedoch Beitragsaufschläge hingenommen werden.

Behandlungsmöglichkeiten bei fehlenden Zähnen.

Zahnärzten stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um Zahnlücken zu schließen.

  • Brücken:
    Mit einer Brücke wird eine Verankerung an einem Nachbarzahn oder zwei Zähnen befestigt. Auf diese wird dann der künstliche Zahn gesteckt. Der Vorteil ist die relativ einfache Lösung. Ein Nachteil ist die Tatsache, dass der Knochenrückgang im Kiefer nicht verhindert wird.
  • Implantate:
    Bei einem Implantat wird eine künstliche Zahnwurzel aus Metall im Kiefer implantiert. Darauf wird anschließend der Zahnersatz befestigt. Vorteil dieser Methode ist, dass das Implantat sehr lange hält und optisch sehr ansprechend ist. Nachteilig sind die hohen Kosten und der erforderliche Eingriff.
  • Prothesen:
    Mit Teilprothesen können Zahnlücken ebenfalls gefüllt werden. Die Prothesen sind dann in der Regel herausnehmbar. Der Vorteil ist die kostengünstige Umsetzung. Der Nachteil ist die meist nicht so große Stabilität.

Unabhängig vom gewählten Zahnersatz leistet die GKV immer nur einen Festzuschuss, der abhängig von einem Bonusheft ist. Er liegt zwischen rund 430 und 570 Euro. Da Zahnersatz jedoch immer deutlich teurer ist, müssen Patienten ohne Zahnzusatzversicherung die Mehrkosten aus der eigenen Tasche bezahlen. Diese können abhängig von der gewählten Variante deutlich über 1.000 Euro betragen.

Mögliche Einschränkungen bei Zahnzusatzversicherungen für fehlende Zähne

Wenn Zahnlücken mitversichert werden, sind damit immer höhere Beiträge verbunden. Darüber hinaus müssen Versicherte mit weiteren Beschränkungen rechnen.

  • Verlängerung der Zahnstaffel:
    In den ersten Versicherungsjahren sieht die Mehrzahl der Tarife eine Leistungs- bzw. Summenbegrenzung für Leistungen vor. Diese Leistungsbegrenzungen sind für bis zu fünf Jahre gestaffelt. Im ersten Versicherungsjahr liegt die Summengrenze zum Beispiel bei 1.000 Euro, im zweiten bei 2.000 und schließlich im vierten bei 4.000 Euro.
    Hat die Versicherung nun einen Patienten mit mehreren Zahnlücken aufgenommen, kann sie die Zahnstaffel im Gegenzug verlängern und die Leistungssummen auf einen noch längeren Zeitraum beschränken. Möglich ist zum Beispiel, dass in den ersten zwei Jahren 1.000 Euro erstattet werden, nach drei Jahren 2.000 und erst nach sechs Jahren 4.000 Euro.
  • Beschränkung der jährlichen Erstattungsleistung: Hat ein Versicherungsnehmer eine Zahnzusatzversicherung trotz fehlender Zähne abgeschlossen, kann das Versicherungsunternehmen alternativ die Erstattungshöhe anpassen. In diesem Fall liegt die Erstattungssumme im ersten Jahr nicht mehr bei 1.000 Euro, sondern bei 500 Euro. Entsprechend verringert sich der Betrag über die Folgejahre.

Wer also Zahnlücken mitversichert, muss entweder mit Beschränkungen der Erstattungsleistung oder mit einer Verlängerung der Zahnstaffel rechnen. Es gibt nur wenige Tarife, die einen fehlenden Zahn ohne weitere Bedingungen mitversichern.

Zahnzusatzversicherung für Zahnlücken ohne Gesundheitsfragen

Klassischerweise sind Zahnzusatzversicherungen ohne Gesundheitsfragen prädestiniert für Patienten mit fehlenden Zähnen. Für den Versicherungsantrag verzichten die Versicherungsgesellschaften auf die Abfrage von Vorerkrankungen oder Befunden. Dafür erheben sie einen Risikoaufschlag, der sich in höheren Beiträgen oder Anpassungen der Zahnstaffel sowie Summenbegrenzungen bemerkbar machen kann.

Ob es wirklich sinnvoll ist, sich für einen Vertrag ohne Gesundheitsfragen bei fehlenden Zähnen zu entscheiden, ergibt sich durch einen gründlichen Versicherungsvergleich.

Gibt es eine Zahnzusatzversicherung für fehlende Zähne auch bei Befund?

Es gibt auch Versicherer, bei welchen Sie eine Zahnversicherung nach einem vorliegenden Befund abschließen können. Ihre fehlenden Zähne sind dann mitversichert, obwohl Ihr Zahnarzt bereits eine Behandlung empfohlen oder geplant hat. Eine wichtige Voraussetzung für diesen Tarif ist, dass bei den Zahnlücken keine weiteren Leistungen als der reine Zahnersatz vom Zahnarzt empfohlen werden.

Ein Beispiel für dieses Szenario: Sie versichern Ihre Zahnlücke und benötigen Zahnersatz. Für ein Implantat ist jedoch ein Knochenaufbau notwendig. In diesem Fall müssten Sie den Knochenaufbau selbst bezahlen, die Zusatzversicherung würde dann die Kosten für das Implantat übernehmen.

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