Zahnzusatzversicherung Kostenerstattung 2018-11-27T14:54:07+00:00
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Zahnzusatzversicherung und die Kostenerstattung: So funktioniert’s.

zahnzusatzversicherung kostenerstattung
Lesezeit: 12 min

Wenn sich ein gesetzlich krankenversicherter Patient für eine Zahnzusatzversicherung entscheidet, läuft die Kostenerstattung so ab wie bei einer privaten Krankenversicherung. Er erhält vom behandelnden Zahnarzt eine Rechnung über die durchgeführten Leistungen. Die Rechnung reicht er dann bei der Zahnzusatzversicherung ein und erhält nach Prüfung gemäß dem vertraglich vereinbarten Anteil Kosten erstattet. Wir haben hier alles Wichtige zur Kostenerstattung mit der Zahnzusatzversicherung für Sie zusammengestellt.

Kostenerstattung mit der GKV

Gesetzlich Krankenversicherte gehen üblicherweise zum Arzt und erhalten danach keine Rechnung für die Behandlung, da der Arzt diese direkt mit der Krankenkasse abrechnet. Eine Ausnahme bilden kostenintensivere Behandlungen. Hierfür muss der Arzt zunächst einen Heil- und Kostenplan aufstellen, in welchem alle angedachten Behandlungsschritte sowie -ziele und die damit verbundenen Kosten aufgeführt werden. Diesen Heil- und Kostenplan müssen die Versicherten bei der GKV einreichen. Diese prüft den Plan und gibt an, welche Anteile an der geplanten Behandlung sie im Rahmen der gesetzlichen Regelversorgung übernimmt. Der Patient weiß dann, ob er Kosten selbst zu tragen hat, und wenn ja, wie hoch diese ausfallen.

Das Kostenerstattungsprinzip der Zahnzusatzversicherung

Bei einer Zahnzusatzversicherung handelt es sich um eine Form der privaten Krankenversicherung, daher funktioniert auch die Kostenerstattung wie bei einer privaten Krankenversicherung.
Die Patienten erhalten nach Abschluss einer Behandlung oder eines Behandlungsschritts eine Rechnung. Diese reichen sie anschließend im Original bei der Versicherung ein. Dort wird die Rechnung geprüft und danach leistet die Zusatzversicherung eine Kostenerstattung im Rahmen des Versicherungsvertrags.

Abhängig vom gewählten Tarif, kann die Zahnzusatzversicherung Kosten auf unterschiedliche Weise erstatten.
Zahnzusatzversicherungen, die nur im Rahmen der Regelversorgung Kosten erstatten, prüfen zunächst, wie hoch die Kostenübernahme der GKV bei der Zahnbehandlung ist. Anschließend wird der restliche Anteil gemäß den Versicherungsbedingungen teilweise oder vollständig erstattet.

Handelt es sich um einen Tarif, der über die gesetzliche Regelversorgung hinaus leistet, prüft die Versicherungsgesellschaft die eingereichte Privatrechnung und leistet anschließend ihren Kostenanteil. Liegt dieser zum Beispiel bei 80 Prozent, müssen Sie die restlichen 20 Prozent der Behandlungskosten selbst tragen.

Welche Kosten werden mit einer Zahnzusatzversicherung erstattet?

Die Kostenerstattung ist abhängig vom gewählten Tarif und den Leistungsbausteinen Ihrer Zahnzusatzversicherung. Die private Versicherung kann viele verschiedene Kosten für Sie übernehmen.

  • Implantate:
    Komforttarife für Erwachsene übernehmen einen hohen Kostenanteil für Implantate. Manche Versicherungsgesellschaften schränken die Kostenerstattung jedoch auf eine maximale Zahl an Implantaten ein.
  • Kieferorthopädie:
    Gute Zahnzusatzverträge tragen hohe Anteile an den Kosten für Zahnspangen.
  • Zahnersatz:
    Für Brücken, Prothesen oder Inlays übernehmen gute Zahnversicherungen große Kostenanteile.
  • Prophylaxe:
    Eine Vielzahl der Zahnzusatzversicherungen übernimmt die Kosten für die Zahnprophylaxe zu 100 Prozent.
  • Zahnbehandlungen:
    Weitergehende Zahnbehandlungen zum Zahnerhalt wie Wurzelbehandlungen werden in der Regel von leistungsstarken Tarifen übernommen.
  • Analysemethoden:
    Die Kosten für moderne Analysemethoden wie die elektrometrische Vermessung des Wurzelkanals oder ein CT werden von einer guten Zahnzusatzversicherung bezahlt.

Eine Kostenerstattung durch die neue Zahnzusatzversicherung ist nur möglich, wenn die Behandlung nicht schon begonnen oder angeraten wurde.

Rechnungen per App einreichen
Bei vielen Zusatzversicherungen müssen Sie die Rechnungen für Ihre Behandlungen nicht mehr per Post verschicken, sondern können diese mit dem Handy fotografieren und über eine App einreichen.
Wenn Sie auf diese Leistungen Wert legen, können Sie sich vor Versicherungsabschluss informieren, welche Versicherungsgesellschaften einen solchen Service anbieten.

Welches Kostenerstattungsprinzip ist sinnvoll?

Grundsätzlich gilt die einfache Regel, dass gute Zahnzusatzversicherungen gerade bei kostenintensiven Behandlungen mit Zahnersatz oder Implantaten einen hohen Prozentsatz der entstehenden Kosten übernehmen.
Meist empfehlen Versicherungsexperten eine Kostenerstattung von mindestens 80 Prozent.

Bei Kostenerstattung:
Wartezeiten und Zahnstaffel berücksichtigen.

Wenn Patienten ihre Rechnungen bei der Zahnzusatzversicherung einreichen, müssen sie nicht nur beachten, wie hoch der vertraglich vereinbarte Erstattungsanteil ist, sondern auch, ob es mögliche Wartezeiten sowie Zahnstaffeln gibt.

Beispiel 1: Die gängige Wartezeit für die Leistungsübernahme einer Zahnzusatzversicherung für Zahnersatz oder andere Maßnahmen liegt bei acht Monaten. Haben Sie Ihre Behandlung jedoch schon sieben Monate nach Versicherungsabschluss begonnen, wird die Zahnzusatzversicherung keine Kosten übernehmen.

Beispiel 2: Laut Versicherungsvertrag übernimmt Ihre Zahnzusatzversicherung bis zu 80 Prozent der Kosten bei Zahnersatz. Im dritten Versicherungsjahr lassen Sie sich ein Implantat mit Keramikaufsatz einsetzen. Die Kosten dafür belaufen sich auf 4.000 Euro. Allerdings beschränkt Ihre Versicherungsgesellschaft die Höchsterstattungssumme in den ersten vier Jahren auf 3.000 Euro im dritten Jahr. In diesem Fall müssen Sie mindestens 1.000 Euro abzüglich der Regelleistung der GKV selbst tragen.

In der Regel wird die erste Rechnung, die Sie bei Ihrer Zahnzusatzversicherung einreichen, besonders genau geprüft. Sie können davon ausgehen, dass der Versicherer auch bei Ihrem Zahnarzt rückfragt, welche Maßnahmen genau durchgeführt wurden. Meist werden die Fragen mit einem Fragebogen zugeschickt.

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