Zahnzusatzversicherung Leistungsbegrenzung 2018-11-27T14:53:20+00:00
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Zahnzusatzversicherung: Leistungsbegrenzung in den ersten Jahren ist die Regel.

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Lesezeit: 12 min

Wer eine Zahnzusatzversicherung abschließt, möchte die volle Versicherungsleistung üblicherweise so schnell wie möglich in Anspruch nehmen können. In der Realität müssen Versicherte jedoch immer mir Wartezeiten in Kombination mit Summenbegrenzungen rechnen. Das ergibt auch durchaus Sinn, denn so können Beiträge moderat bleiben und die Versicherungsgesellschaften langfristig komfortable Erstattungen leisten. Wir haben hier alle wichtigen Informationen zum Thema „Zahnzusatzversicherung und Leistungsbegrenzung“ für Sie zusammengestellt.

Warum gibt es Leistungsbegrenzungen?

Leistungsbegrenzung = Summenbegrenzung?

Wenn Verbraucher von Leistungsbegrenzungen sprechen, vermischt sich dieser Begriff häufig mit dem Begriff der „Summenbegrenzung“. Beide Bezeichnungen werden oft synonym verwendet. Tatsächlich handelt es sich aber um zwei verschiedene Formen der Einschränkung.

  • Leistungsbegrenzung: In diesem Fall schränkt die Versicherung ihre Leistung für bestimmte Zahnbehandlungen oder einzelne Zähne bereits bei Vertragsabschluss ein. Diese Begrenzung kann zum einen tarifabhängig sein und zum anderen durch Vorerkrankungen des Versicherungsnehmers festgelegt werden.
  • Summenbegrenzung: Ein Großteil der Zahnversicherungen beschränkt nach einer Wartezeit nicht die Leistung selbst, sondern grenzt die Höhe der Erstattungssumme ein. Diese sogenannte „Summenbegrenzung“ wird üblicherweise bei Neuabschluss über bis zu sechs Jahre aufrechterhalten, bis der Tarif in unbegrenzter Höhe gemäß den vereinbarten Prozentsätzen leistet. Leistungs- und Summenbegrenzung können in einem Tarif kombiniert werden.

Die Zahnstaffel:
Eine gängige Form der Leistungsstaffelung.

In der Regel gibt es keine Zahnzusatzversicherung ohne Summenbegrenzung in den ersten Jahren. Dagegen können Sie Tarife finden, die sowohl keine Wartezeit als auch keine Leistungsbegrenzung in den ersten Jahren vorsehen. Dafür ist dann wiederum die Erstattungssumme deutlich begrenzt. Das klingt auf den ersten Blick kompliziert, ist es aber nicht:
Sie können also eine Zahnzusatzversicherung ohne Wartezeit abschließen und Leistungen sofort abrufen. Dafür werden diese Leistungen von der Versicherung nur bis zu einer gewissen Summe erstattet. Ihr Selbstbehalt ist dann größer.
Es gibt jedoch keine Versicherungsgesellschaft, deren Zahnzusatzversicherung in den ersten Jahren schon in unbegrenzter Höhe Kosten für Zahnleistungen erstattet.

Die gängige Leistungs- bzw. Summenbegrenzung ist die sogenannte Zahnstaffel. Dabei handelt es sich um eine Staffelung der Höchstgrenzen für die Kostenerstattung, die üblicherweise auf vier, fünf oder auch sechs Jahre angelegt ist. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Versicherungsnehmer bereits einige Jahre Beiträge gezahlt haben und die Versicherung liquide bleibt. Ansonsten würde jeder Versicherungsnehmer nach Vertragsabschluss und Wartezeit sofort alle Leistungen in Anspruch nehmen können. Diese Vorgehensweise würde das Budget der Versicherungen überstrapazieren. Damit wäre letztlich niemandem geholfen, da die Beiträge enorm steigen würden.

Eine typische Zahnstaffel einer Zahnzusatzversicherung kann so aussehen:

Wartezeitin der Regel acht Monate für große Leistungen: in dieser Zeit können keine Leistungen für große Behandlungen wie Zahnersatz oder Implantate abgerufen werden

in der Regel drei Monate für kleinere Behandlungen und Prophylaxe
1. VersicherungsjahrSummenbegrenzung auf 1.000 Euro
1. bis 2. VersicherungsjahrSummenbegrenzung auf 2.000 Euro
1. bis 3. VersicherungsjahrSummenbegrenzung auf 3.000 Euro
1. bis 4. VersicherungsjahrSummenbegrenzung auf 4.000 Euro
ab dem 5. Versicherungsjahrunbegrenzte Kostenerstattungen im Rahmen der Versicherungsleistungen

Abhängig von den Vorerkrankungen, dem Alter des Versicherungsnehmers oder fehlenden Zähnen kann die Zahnstaffel auch auf sechs Jahre verlängert werden. Ebenso können die Summenbegrenzungen verringert werden, wenn eine Zahnzusatzversicherung ohne Wartezeit gewählt wird.

Gibt es Zahnzusatzversicherungen ohne Wartezeit und Leistungsbegrenzung?

Wer gerade vom Besuch beim Zahnarzt kommt und erfahren hat, dass er teuren Zahnersatz benötigt, sucht häufig nach einer „Zahnzusatzversicherung ohne Wartezeit und Leistungsbegrenzung”. Diese Suche wird leider erfolglos bleiben. Denn mit Wartezeit und Leistungsbegrenzung können Versicherungsgesellschaften das Versicherungsrisiko reduzieren. Beide Elemente sorgen dafür, dass Sie erst in den Versicherungstarif Beiträge einzahlen, bevor Sie Leistungen in Anspruch nehmen können. Diese Absicherung ist gleichzeitig auch positiv für Sie, denn Summenbegrenzungen, Leistungsbegrenzungen und Wartezeiten sorgen dafür, dass die Versicherungsbeiträge nicht exorbitant steigen. Darüber hinaus gibt es in der Regel keine Versicherungsgesellschaft, die bereits angeratene oder befundete Zähne mitversichert.

Wann kann eine Zahnzusatzversicherung Leistungen begrenzen oder ausschließen?

Eine Zahnzusatzversicherung kann Leistungsbegrenzungen beinhalten. Versicherer richten die Einschränkungen anhand verschiedener Kriterien aus:

  • fehlende Zähne:
    Manche Versicherungsgesellschaften sehen Leistungsbegrenzungen vor, wenn mehr als drei Zähne im Gebiss des Antragstellers fehlen. In manchen Fällen kann ein Versicherungsantrag auch abgelehnt werden, wenn zu viele Zahnlücken vorhanden sind.
  • Tarifausrichtung:
    Einfache Zahnzusatzversicherungen, die nur für Zahnbehandlungen und Prophylaxe ausgelegt sind, schränken die Leistungen für Zahnersatz oder Implantate ein oder schließen diese komplett aus.
  • Implantate:
    Viele Tarife beschränken die Erstattung bei Implantaten auf eine bestimmte Anzahl. Für alle Implantate, die über dieser Höchstgrenze liegen, müssen die Patienten trotz Zahnzusatzversicherung selbst bezahlen.
  • laufende Behandlungen:
    Aktuelle Behandlungen werden üblicherweise vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.
  • ästhetische Zahnbehandlungen:
    Versicherer können bei Zahnzusatzversicherung auch die Leistung für kosmetische Zahnbehandlungen begrenzen und zum Beispiel nur die Kosten für medizinisch notwendige Behandlungen übernehmen.
  • Zahnspangen:
    Bei kieferorthopädischen Behandlungen können sich Zahnzusatzversicherungen an den kieferorthopädischen Indikationsgruppen der GKV orientieren und die Leistungen für geringere Fehlstellungen deutlich beschränken.

Auf welche Leistungen sollte ich bei meiner Zahnzusatzversicherung achten?

Wenn Sie Zahnzusatzversicherungen vergleichen, können Sie sich für Tarife mit geringer oder hoher Summen- bzw. Leistungsbegrenzung entscheiden. Je mehr der Versicherer Leistungen und Summen beschränkt, desto günstiger werden die Beiträge. Allerdings können Sie dann im Leistungsfall, gerade bei teurem Zahnersatz, einem Implantat oder einer Zahnspange für Ihr Kind nicht auf hohe Erstattungen hoffen.

Wer langfristig gut abgesichert sein möchte, sollte bei den Leistungen der Zahnzusatzversicherung auf folgende Aspekte achten:

  • hoher Erstattungsanteil ab 80 Prozent für Zahnersatz oder Implantate.
  • möglichst geringe Summenbegrenzung von mindestens 4.000 Euro in den ersten vier Versicherungsjahren
  • keine Leistungsbeschränkungen bei Prophylaxe und Zahnbehandlungen

Gesundheitsfragen immer ehrlich beantworten
Manche Versicherungsnehmer hoffen, durch Verschweigen von Vorerkrankungen bei den Gesundheitsfragen Leistungen zu erhalten. Allerdings können solche Falschangaben wie ein Bumerang wirken. Denn sobald der Versicherer erfährt, dass Fragen im Gesundheitsfragebogen falsch beantwortet wurden, kann er Leistungen verweigern oder Kostenerstattungen zurückfordern. Darüber hinaus hat die Versicherung bei falschen Angaben die Möglichkeit, einen Rücktritt von Ihrer Versicherung zu erklären.
Wer keine Fragen beantworten möchte, kann auch eine Zahnzusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen abschließen. Allerdings müssen Sie dann mit Leistungs- und Summenbegrenzungen sowie höheren Beiträgen rechnen.

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