Zahnzusatzversicherung nach Befund 2018-11-27T14:52:10+00:00
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Eine Zahnzusatzversicherung nach Befund abschließen: Möglichkeiten und Tipps.

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Lesezeit: 13 min

Viele Patienten suchen nach einer Möglichkeit, eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen, wenn vom Zahnarzt bereits eine Behandlung vorgeschlagen wurde. Hieraus ergibt sich die häufige Frage: „Kann ich auch eine Zahnzusatzversicherung mit vorliegendem Befund abschließen?“. Diese lässt sich zunächst mit einem klaren „Nein“ beantworten. Denn die meisten Versicherungsgesellschaften werden eine bereits geplante Maßnahme nicht versichern. Wie Sie sich dennoch versichern können, erfahren Sie hier.

Keine Versicherung bei Versicherungsfall bei laufenden Behandlungen.
Der Standard bei Zahnzusatzversicherungen ist, dass Sie einen akuten Versicherungsfall nicht versichern können. Das wäre vergleichbar mit einer Vollkaskoversicherung bei Ihrem Auto, die Sie erst abschließen, wenn Sie mit Ihrem Auto beim Rückwärtsfahren bereits gegen einen Betonpfeiler gefahren sind.

So wird der Großteil überwiegend die Mitversicherung von Zähnen ablehnen, für die bereits ein Befund vorliegt. Denn dann ist für die Assekuranz bereits der Versicherungsfall eingetreten und die dafür notwendige Maßnahme somit nicht mehr versicherbar.

Was bedeutet es, wenn ein „Befund“ vorliegt?

Im Alltag wird meist von Befund gesprochen, wenn eine Empfehlung für eine zahnmedizinische Behandlung vom Zahnarzt vorliegt. In der Versicherungspraxis wird jedoch überwiegend von angeratenen, notwendigen und beabsichtigten Maßnahmen gesprochen. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil die Versicherungsgesellschaften die Zusage zu einem Versicherungsantrag bzw. die Versicherungskonditionen davon abhängig machen.

  • angeratene Maßnahmen:
    Eine angeratene Maßnahme ist eine Behandlung, die Ihnen Ihr Zahnarzt oder Kieferorthopäde schon empfohlen hat. Sie können ebenso über diese Maßnahmen gesprochen haben, unabhängig davon, ob ein Heil- und Kostenplan aufgestellt wurde.Werden bei einem Zahntarif angeratene Maßnahmen abgefragt, können auch die Empfehlungen berücksichtigt werden, die bereits vor einigen Jahren von Ihrem Zahnarzt empfohlen wurden, auch wenn ein aktueller Zahnarzt diese nicht mehr explizit erwähnt hat oder sogar ablehnt. Zu angeratenen Maßnahmen kann gezählt werden, wenn Ihr Zahnarzt eine Brücke oder anderen Zahnersatz empfohlen hat. Ebenso gelten Maßnahmen als angeraten, wenn Sie mit Ihrem Kieferorthopäden über eine künftige Zahnspange Ihres Kindes gesprochen haben. Wurde bereits ein Heil- und Kostenplan erstellt, gilt das für Versicherung ebenfalls als angeratene Maßnahme.
  • notwendige Maßnahmen:
    Eine Maßnahme ist dann notwendig, wenn sie nicht nur besprochen wurde, sondern auch offensichtlich ist. Hier reicht es aus, wenn der Patient selbst erkennt, dass er eine Zahnbehandlung benötigt.In der Praxis sind notwendige Maßnahmen schnell ersichtlich, zum Beispiel dann, wenn Ihnen eine Krone herausgebrochen oder ein kariöser Zahn herausgefallen ist. Ebenso ist eine Maßnahme erforderlich, wenn Sie feststellen, dass die Zähne Ihres Kindes eine so starke Fehlstellung aufweisen, dass die Kiefersymmetrie nicht mehr gegeben ist.
  • beabsichtigte Maßnahmen:
    Als beabsichtigt oder geplant gelten Maßnahmen, wenn Sie mittel- oder kurzfristig eine bestimmte Zahnbehandlung durchführen lassen wollen.Zu den beabsichtigten Maßnahmen gehört zum Beispiel, wenn Sie eine Amalgamfüllung durch eine moderne Kunststofffüllung austauschen lassen wollen oder Sie bei einer minimalen Zahnfehlstellung eine Zahnspange für Ihr Kind wünschen.Grundsätzlich bedeuten die verschiedenen Klassifizierungen von Maßnahmen nicht immer einen konkreten Befund. Doch können Sie im Versicherungsantrag im Rahmen der „Gesundheitsfragen“ danach gefragt werden. Abhängig von Ihrer ehrlichen Beantwortung entscheidet der Versicherer dann, ob oder zu welchen Konditionen Sie eine Zahnzusatzversicherung abschließen können.

Wie schließe ich eine Zahnzusatzversicherung ab, nachdem ich einen Befund bekommen habe?

Eine gängige Möglichkeit der Versicherung mit Befund ist die Zahnzusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen. Bei diesen Tarifen müssen Sie keine Fragen zu Ihrer Zahngesundheit beantworten. Die ausbleibenden Gesundheitsfragen haben üblicherweise neben höheren Beiträgen deutliche Leistungsbeschränkungen zur Folge. Allerdings ist nicht sichergestellt, dass die Versicherer darauf verzichten, bereits angeratene Behandlungen vom Versicherungsschutz ausschließen.

Eine andere Variante ist das Vorlegen eines zahnärztlichen Befundberichts. In diesem Dokument wird der aktuelle Zustand Ihrer Zähne und Ihrer Mundgesundheit exakt festgehalten. Versicherer können anhand dieses Dokuments das eigene Risiko beurteilen und den Versicherungstarif individuell für Sie bestimmen. Allerdings ist damit ebenfalls nicht sichergestellt, dass laufende oder empfohlene Maßnahmen versichert sind. Darüber hinaus kann ein ausführlicher Befundbericht auch nachteilig sein, weil er mehr Details preisgeben kann als tatsächlich im Antrag abgefragt werden.

Es gibt nur sehr wenige Zahnzusatzversicherungen die auch für aktuelle Befunde erstatten. Allerdings ist der Leistungsumfang meist deutlich begrenzt und umfasst lediglich die „Aufstockung“ der Regelversorgung der GKV auf 100 Prozent. Zudem sind diese „Zahnzusatzversicherung-Soforttarife“ meist mit hohen Beiträgen verbunden.

Sie können auch eine Zahnzusatzversicherung mit Befund abschließen, wenn Sie zum Beispiel einen Tarif wählen, der überwiegend Prophylaxe- und Vorsorgeleistungen umfasst und nicht für Zahnersatz oder Implantate genutzt wird. Solche einfachen Verträge können meist in Anspruch genommen werden, weil der bereits erstellte Befund davon nicht betroffen ist.

Ist eine Zahnzusatzversicherung nach einem Befund überhaupt sinnvoll?

Da laufende Behandlungen oder angeratene Behandlungen in der Regel von Zahnzusatzversicherungen ausgeschlossen werden, sind entsprechende Angebote meist nur wenig sinnvoll. Eine Zahnzusatzversicherung, die einen aktuellen Befund in vollem Umfang absichert und in gleichem Maße leistet wie andere Tarife, gibt es nicht. Sie müssten immer mit deutlichen Leistungseinschränkungen und höheren Versicherungskosten rechnen.

Sind Sie bereits in Behandlung oder gibt es konkrete Maßnahmen, die Ihr Zahnarzt bereits empfohlen hat, sollten diese am besten abgeschlossen werden. Dies gilt umso mehr für kurzfristige Zahnbehandlungen oder „kleinere“, weniger kostenintensive Eingriffe. Sie können eine komfortable Zahnzusatzversicherung auch nach einem Befund abschließen, indem Sie einen Leistungsausschluss in Kauf nehmen. So sind Sie aber auf jeden Fall für künftige Behandlungen optimal abgesichert.

Grundsätzlich ist es natürlich immer empfehlenswert, rechtzeitig für einen umfassenden Versicherungsschutz zu sorgen.

Kann die Zahnversicherung auch bei laufender Behandlung abgeschlossen werden?

Grundsätzlich ist es möglich, eine Zahnzusatzversicherung bei laufenden Behandlungen abzuschließen. Dabei handelt es sich üblicherweise um Verträge ohne Gesundheitsfragen. Es werden dabei jedoch fehlende Zähne oder angeratene Behandlungen vom Versicherungsschutz ausgenommen.

Sie werden aktuell behandelt und erhalten Zahnersatz in Form einer Krone. Diese Leistung wird nicht von Ihrer neuen Zahnzusatzversicherung übernommen. Sollte jedoch danach ein weiterer Zahn ersetzt werden müssen, für welchen noch kein Befund vorliegt, ist ein Versicherungsschutz möglich.
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