Zahnzusatzversicherung Parodontose 2018-11-27T14:39:12+00:00
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Eine Zahnzusatzversicherung trotz Parodontose: Ist das möglich?

Zahnzusatzversicheerung Parandontosebehandlung
Lesezeit: 12 min

Parodontitis gehört neben Karies zu den weltweit am weitesten verbreiteten Erkrankungen, die von Zahnärzten behandelt werden. Als ernsthafte Folge der Zahnbetterkrankung droht der Zahnverlust. Für Versicherer stellen Patienten mit einer diagnostizierten Parodontitis ein erhöhtes Risiko dar. Deshalb schließen manche Policen Parodontose-Behandlungen im Leistungskatalog aus. Es gibt jedoch auch Zahnzusatzversicherungen, welche Patienten trotz Parodontitis aufnehmen. Hier können dann besondere Bedingungen gelten.

Warum eine Zahnzusatzversicherung bei Erkrankungen des Zahnbetts ablehnen kann?

Wenn eine Versicherung einen Patienten trotz vorhandener Parodontitis aufnimmt, muss sie ein doppeltes Risiko absichern. Aus diesem Grund sind Parodontosebehandlungen nicht immer automatisch in einer Zahnzusatzversicherung enthalten, und der Versicherer kann einen Antrag bei bestehender, chronischer Zahnbettentzündung ablehnen.

Drohender Zahnverlust:
Bei einer Parodontitis ist die Gesundheit des Zahnhalteapparats betroffen. Zunächst entzündet sich das Zahnfleisch am Zahnansatz aufgrund von Bakterien im Biofilm, der nicht vollständig durch eine regelmäßige Zahnhygiene oder Prophylaxe entfernt werden konnte. Diese Entzündung kann chronisch werden und Stück für Stück zum Rückgang des Zahnfleisches führen. Zugleich wird dadurch der Halt des betroffenen Zahnes gelockert, sodass er ausfallen kann. Da Zahnverlust in der Regel immer mit entsprechendem Zahnersatz einhergeht, können die Versicherer bei Patienten mit fortgeschrittener Parodontitis mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von Kostenerstattungen für Implantate oder Prothesen rechnen. Ist einer Versicherung dieses Risiko zu hoch, lehnt sie den Versicherungsantrag schon bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen ab.

Umfangreichere Behandlungen:
Eine Parodontitis muss beim Zahnarzt regelmäßig behandelt werden, um ein Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten. Ebenso gehen die Versicherungen bei Parodontopathien davon aus, dass die Betroffenen die Leistungen für Prophylaxe jährlich immer voll ausschöpfen werden. In Kombination mit sehr wahrscheinlichen Erstattungsleistungen für Zahnersatz können hohe Kosten auf die Versicherung zukommen, ein Grund für eine Ablehnung.

Tatsächlich gibt es auf dem Markt jedoch einige Anbieter, bei welchen Sie eine Zahnzusatzversicherung trotz Parodontitis abschließen können.

Meint der Begriff Parodontose dasselbe wie Parodontitis, Gingivitis oder Parodontopathien?

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird heute meist von der „Parodontose“ gesprochen, wenn das Zahnfleisch chronisch entzündet ist. Allerdings ist dieser Begriff nicht ganz korrekt, denn die Endung „-ose“ deutet auf eine Stoffwechselerkrankung hin. So ist man in der Medizin auch tatsächlich lange Zeit davon ausgegangen, dass der Rückgang des Zahnfleischs auf ein Stoffwechselproblem zurückzuführen sei. Heute geht man jedoch von einer bakteriellen Entzündung aus, deshalb wird von „Parodontitis“ gesprochen. Eine Parodontitis ist somit eine bakterielle, chronische Entzündung des Zahnfleischs bzw. des gesamten Zahnhalteapparats (gr. parodontium). Die Vorstufe dazu ist die Gingivitis. Zusammengefasst werden alle entzündlichen und nichtentzündlichen Erkrankungen des Zahnhalteapparats unter der Bezeichnung „Parodontopathie“.

Worauf Sie bei einer Zahnzusatzversicherung bei Parodontose achten sollten

Sie können auch mit einer bestehenden Entzündung des Zahnbetts eine Zahnzusatzversicherung abschließen. Dabei sollten Sie auf folgende Aspekte achten:

Leistungsbegrenzungen:
Manche Versicherungsgesellschaften verlangen bei einer Parodontitis einen aktuellen medizinischen Befund, in welchem die Taschentiefe festgestellt wurde. Die Zahntaschen sollten in der Regel nicht tiefer als fünf Millimeter sein, damit eine Zahnzusatzversicherung noch möglich ist. Häufig beschränken die Versicherer dann die Erstattungsleistung für Parodontosebehandlungen (PA-Behandlungen) auf einen jährlichen Höchstbetrag.

Tarife ohne eingeschränkten Versicherungsschutz:
Einige Versicherer verzichten auf die Fragen nach einer vorhandenen Parodontitis. Dafür kommt es dort auf die Zahl der fehlenden Zähne an. In der Regel müssen Sie dann für jeden fehlenden Zahn einen Risikoaufschlag bezahlen. Einige Versicherer beschränken die Zahl der fehlenden Zähne auf maximal drei. Dafür genießen Sie vollen Versicherungsschutz bei PA-Behandlungen oder parodontosebedingtem Zahnverlust.

Zahnzusatzversicherungen ohne Gesundheitsfragen:
Es gibt auch Versicherungen, die auf Gesundheitsfragen verzichten. Ihr Versicherungsschutz ist dann auch bei Parodontose gegeben. Allerdings werden bei diesen Versicherungen meist fehlende Zähne ausgeschlossen, für die bis dato noch kein Zahnersatz vorhanden ist.

Kombinieren von Zusatzversicherungen in Betracht ziehen

Wer an Parodontitis leidet kann auch eine Zahnzusatzversicherung abschließen. Jedoch kann der Vergleich verschiedener Policen etwas aufwändiger werden. Möglicherweise kann es in manchen Fällen sogar sinnvoll sein, mit zwei verschiedenen Zahnzusatzversicherungen zu arbeiten. Während die eine Versicherung den Schwerpunkt auf PA-Behandlungen und Prophylaxe setzt, kann die andere überwiegend für den Zahnersatz genutzt werden. Wir helfen Ihnen gerne bei der Auswahl geeigneter Zahnzusatzversicherungen für Patienten mit Parodontitis weiter.

Auch wenn Sie befürchten, aufgrund einer bestehenden Parodontitis keine Zahnzusatzversicherung zu bekommen, sollten Sie die Gesundheitsfragen immer ehrlich und exakt beantworten. Verschweigen Sie zum Beispiel eine Parodontose und es kommt zum Zahnverlust, kann die Versicherung später ihre Leistung verweigern und den Vertrag sogar außerordentlich kündigen.

Übernimmt die gesetzliche Krankenkasse Leistungen bei einer Parodontalbehandlung?

Ihre GKV kann die Kosten für eine behandlungsbedürftige Parodontitis übernehmen, wenn die Tiefe der Zahntaschen 3,5 Millimeter überschreitet. In diesem Fall erstellt der Zahnarzt einen Heil- und Kostenplan, der von der Krankenkasse geprüft und genehmigt werden muss.

Voraussetzung für die Kostenübernahme ist außerdem, dass kein Zahnstein vorhanden ist und die Patienten bereits in der richtigen Mundhygiene vom Zahnarzt angeleitet worden sind. Für die Kosten einer Zahnsteinentfernung oder einer möglichen Professionellen Zahnreinigung (PZR) müssen gesetzlich Krankenversicherte in der Regel selbst aufkommen. Manche Kassen leisten für die PZR einen Zuschuss im Rahmen von Bonusprogrammen oder Wahltarifen.

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