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Die Zahnzusatzversicherung wechseln – praktische Tipps zum Versicherungswechsel

Mit einer Zahnzusatzversicherung sichern sich gesetzlich Krankenversicherte vor hohen Kosten bei Zahnersatz und Zahnbehandlungen ab. Wenn die Leistung nicht mehr ausreicht oder es bei anderen Anbietern günstigere Tarife gibt, kann ein Wechsel der Zahnzusatzversicherung sinnvoll sein. Allerdings gibt es neben den Vorteilen auch einige Nachteile, die es vor einem Wechsel unbedingt zu berücksichtigen gilt. Dieser Beitrag hilft dir mit praktischen Informationen bei deiner Entscheidung.

Warum sollte ich meine Zahnzusatzversicherung wechseln? – 5 Gründe

  1. Deine bisherige Zahnzusatzversicherung verbessert nur die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen, übernimmt aber keine Privatbehandlungen.
  2. Moderne, kostenintensive Behandlungsmethoden sind nicht enthalten oder werden prozentual nur gering erstattet.
  3. Dein aktueller Zahnzusatzversicherungstarif erstattet zwar im Rahmen der privatärztlichen Behandlung, trägt aber nur 50 Prozent oder weniger der Kosten.
  4. Du ärgerst dich über schlechten Service deiner Versicherung oder die Erstattung ist meist mit Problemen verbunden.
  5. Die Kosten für deine bisherige Zahnzusatzversicherung sind dir zu hoch.

Zahnzusatzversicherung kündigen – Fristen, Laufzeit und aktuelle Behandlungen im Auge behalten

Wenn du deine Zahnzusatzversicherung kündigen willst, musst du dabei Kündigungsfristen und Mindestlaufzeiten beachten:

Mindestlaufzeiten:
Die meisten Zahnzusatzversicherungen haben eine Mindestlaufzeit von einem Jahr bis drei Jahren.

Kündigungsfrist:
Deine Zahnzusatzversicherung kannst du zum Ende des Vertragsjahres oder des Kalenderjahres mit einer Frist von drei Monaten ordentlich kündigen.

Beispiel für ordentliche Kündigung nach Versicherungsjahr:
Du hast deine Zahnzusatzversicherung am 1. Mai abgeschlossen. In diesem Fall gilt das Versicherungsjahr bis zum 30. April. Du kannst diese Versicherung dann bis zum 31. Januar ordentlich kündigen. Kannst du zum Ende des Kalenderjahres kündigen, endet die Frist am 30. September.

aktuelle Behandlungen:
Berücksichtige bei der Kündigung aktuelle Behandlungen, die noch mit deinem bestehenden Tarif gedeckt werden. Denn dein Versicherungsschutz endet mit dem Vertragsende, auch wenn deine Zahnbehandlung noch nicht beendet ist. Die neue Zahnzusatzversicherung wird dann (noch) keine Kosten für die aktuelle Behandlung erstatten.

Sonderfall: Außerordentliche Kündigung der Zahnzusatzversicherung

Werden die Beiträge für deine Zahnzusatzversicherung erhöht, kannst du dein außerordentliches Kündigungsrecht wahrnehmen. Du hast dann die Möglichkeit, deine Zahnzusatzversicherung innerhalb von zwei Monaten nach Erhalt der Mitteilung über die Kostenänderung zu kündigen. Die Wirkung deiner Kündigung bezieht sich auf den Zeitpunkt, ab welchem die Versicherung teurer wird.

Möglich ist eine Sonderkündigung übrigens auch, wenn du in eine private Krankenversicherung wechselst oder dauerhaft ins Ausland umziehst.

Schriftlich und fristgerecht: Wichtige Voraussetzungen, damit die Kündigung erfolgreich ist
Die Kündigung der Zahnzusatzversicherung muss in schriftlicher Form und fristgerecht beim Versicherer eingehen. Versende die Kündigung am besten als Einschreiben mit Rückschein, um einen Nachweis für den Erhalt des Dokuments zu erhalten. Bei einem Kündigungsfax drucke den Faxbericht als Nachweis aus.

Deine neue Zahnzusatzversicherung – auf diese Leistungen solltest du achten

Wenn du dich mit dem Versicherungswechsel für eine neue Zahnzusatzversicherung entscheidest, sollte die neue Police auf jeden Fall günstiger sein und bessere Leistungen bieten. Doch es gibt noch weitere Aspekte, welche du vor dem Wechsel unbedingt prüfen sollten:

  • Wartezeiten: Wähle am besten einen Tarif, in welchem der Versicherer auf Wartezeiten verzichtet. Dann kannst du deine neue Zahnzusatzversicherung sofort in Anspruch nehmen. Ohne den Verzicht auf Wartezeiten wird Zahnersatz erst nach Ablauf von acht Monaten übernommen. Die im Vertrag aufgeführten Zahnbehandlungen erstattet die Versicherung ohne expliziten Verzicht im Regelfall nach drei Monaten Wartezeit.
  • Kündigungsrecht: Vermeide Verträge, in welchen der Versicherer ein Kündigungsrecht ausüben darf. Sonst besteht die Gefahr, dass das Versicherungsunternehmen eine Zahnzusatzversicherung ohne deine Zustimmung kündigen darf.
  • Erstattungsmodalitäten: Prüfe, ob dein neuer Vertrag im Rahmen der privatärztlichen Behandlung erstattet und nicht nur die Regelversorgung optimiert. Ansonsten könnte es passieren, dass die Zahnzusatzversicherung für umfangreichere Zahnbehandlungen oder hochwertigen Zahnersatz nicht aufkommt.
  • Gesamterstattung: Achte am besten auf Tarife, die 70 Prozent oder mehr erstatten. Gerade bei kostenintensiven Leistungen machen schon zehn Prozent mehr Erstattung viel aus.

Leistungsumfang: Im Erstattungskatalog deiner neuen Zahnzusatzversicherung sollten unbedingt kostenintensive Behandlungen enthalten sein. Denn diese werden meist gar nicht oder nur zu einem geringen Anteil von den gesetzlichen Krankenversicherungen bezuschusst.

Implantate:
Zahnimplantate sind wichtig, um Zahnersatz optimal und ästhetisch ansprechend im Kiefer zu befestigen.

Inlays:
Bei Inlays handelt es sich um im Dentallabor individuell angefertigte Zahnfüllungen. Diese werden zum Beispiel bei stark kariösen Zähnen eingefügt.

Zahnersatz aus Keramik:
Mit Keramik erhält Zahnersatz eine natürliche Farbe und ist deutlich haltbarer.
Kompositfüllungen: Komposit als Füllmaterial für kariöse Zähne enthält kein Amalgam, das als gesundheitsgefährdend gilt.

Abhängig von deiner individuellen Vorgeschichte kann es sinnvoll sein, dass deine neue Zahnzusatzversicherungspolice auch Wurzelbehandlungen, Pardontalbehandlungen oder Fissurenversiegelungen erstattet. Soll die Zahnzusatzversicherung für deine Kinder abgeschlossen werden, ist eine hohe Kostenerstattung für kieferorthopädische Maßnahmen ebenfalls sinnvoll.

Professionelle Zahnreinigungen (PZR) sind hier nicht explizit aufgeführt, da diese Behandlungen weniger kostenintensiv sind und von vielen gesetzlichen Krankenkassen bereits als Zusatzleistung übernommen werden.

Welche Nachteile können beim Wechsel der Zahnzusatzversicherung entstehen?

In wenigen Fällen kann es auch nachteilig sein, die Zahnzusatzversicherung zu wechseln. Wir zeigen dir hier mögliche Hürden:

NachteilDas können Sie tun
Neue Zahnstaffel: Ein Großteil der Zahnzusatzversicherungen schränkt die Erstattungsleistung in den ersten zwei bis fünf Jahren ein. Diese Einschränkung wird je nach Versicherer auch Leistungsstaffel oder Summenbegrenzung genannt. Sollten zum Beispiel wichtige und aufwendigere Zahnbehandlungen in einem Zeitraum von bis zu fünf Jahren bevorstehen, kann ein Wechsel nachteilig oder nicht sinnvoll sein.Warten Sie eine unmittelbar bevorstehende Behandlung ab, bevor Sie Ihre Zahnzusatzversicherung wechseln. Dies gilt vor allem dann, wenn Sie bereits länger als fünf Jahre versichert waren und die Zahnstaffel des Versicherers nicht mehr gilt. Eventuell kann ein neuer Tarif des gleichen Versicherers sinnvoll sein.
Wartezeit: Wenn Sie Ihre Zahnzusatzversicherung wechseln und Wartezeiten berücksichtigen müssen, haben Sie vor allem bei kurz bevorstehenden Behandlungen einen Nachteil. Denn mit Wartezeit leistet Ihre Versicherung erst nach drei Monaten, bei Implantaten erst nach fünf Monaten. Kommt dann noch eine neue Zahnstaffel hinzu, ist ein Wechsel nicht ratsam.Suchen Sie am besten nach Tarifen, mit welchen Sie die Zahnzusatzversicherung wechseln ohne Wartezeit berücksichtigen zu müssen.
Neue Gesundheitsprüfung: Schließen Sie Ihre neue Zahnzusatzversicherung bei einem neuen Anbieter ab, fordert dieser eine Gesundheitsprüfung. Im Rahmen dieser Prüfung möchte der Versicherer meist wissen, welche Zähne fehlen und ob für diese Zahnersatz angedacht ist. Außerdem müssen Sie angeben, welche Behandlungen möglicherweise bevorstehen. Das Versicherungsunternehmen prüft in diesem Fall auch Ihre Patientenakte nach möglichen Einträgen durch den behandelnden Zahnarzt.
Der Versicherer kann Sie im schlimmsten Fall ablehnen oder einen Risikoaufschlag verlangen, der Ihre neue Police teurer macht. Ebenso können bei vorhandenen Erkrankungen oder bevorstehenden Behandlungen Leistungsausschlüsse im Vertrag definiert werden.
Gibt es bereits fehlende Zähne, die ersetzt werden sollen oder hat Ihr Zahnarzt schon Behandlungsempfehlungen ausgesprochen, kann ein Tarifwechsel beim gleichen Versicherer sinnvoll sein. So können Sie einer erneuten Gesundheitsprüfung meist entgehen, wenn der neue Tarif nicht hochwertiger ist. Sie müssen in diesem Fall nicht die Zahnzusatzversicherung wechseln, der Tarif ändert sich dann lediglich.

Kosten für Zahnzusatzversicherung sparen – oft reicht schon ein Tarifwechsel

Wenn du für deine Zahnzusatzversicherung bei gleichen oder besseren Leistungen Geld sparen willst, ist nicht immer ein Versicherungswechsel erforderlich. So kann es zum Beispiel sein, dass deine aktuelle Versicherung neuere, günstigere und leistungsstärkere Tarife im Angebot hat. In diesem Fall musst du lediglich den Tarif wechseln. Ein Tarifwechsel innerhalb deiner Zahnzusatzversicherung kann einige Vorteile bringen. So bleiben mögliche Altersrückstellungen erhalten und du musst häufig keine Wartezeiten beachten. Auch die Anwendung einer Leistungsstaffel mit Leistungsbeschränkungen in den ersten zwei bis fünf Jahren entfällt bei einem Tarifwechsel. Nur wenn du in einen Tarif mit deutlich besseren Leistungen wechselst, wirst du auch bei einem Tarifwechsel innerhalb deiner Zahnzusatzversicherung mit einer erneuten Gesundheitsprüfung rechnen müssen.

Checkliste: Zahnzusatzversicherung wechseln

  • Prüfe deinen aktuellen Versicherungsumfang und die Kosten.
  • Überprüfe, ob bereits Behandlungen vom Zahnarzt angeraten wurden und ob Zahnersatz für fehlende Zähne bevorsteht.
  • Schaue dir den Erstattungskatalog des neuen Zahnzusatzversicherungs-Tarifs an.
  • Prüfe, ob die neue Police Wartezeiten enthält.
  • Kündige deine alte Police erst, wenn die neue Zahnzusatzversicherung nahtlos an deinen bestehenden Versicherungsschutz anschließt.

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