Zahnzusatzversicherung Wurzelbehandlung 2018-11-27T14:49:36+00:00
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Zahnzusatzversicherung für Wurzelbehandlung: Alle Infos, alle Tipps.

Wurzelbehandlung
Lesezeit: 13 min

Ein Zahn muss nicht unbedingt schmerzen, damit eine Behandlung der Zahnwurzel notwendig ist. Abgestorbenes Zahnmark löst keine Schmerzen aus, kann aber im Zusammenspiel mit Bakterien ernsthafte Entzündungen auslösen. Diese lassen sich meist mit einer Wurzelkanalbehandlung beheben. Allerdings ist die Behandlung aufwändig und nicht gerade günstig. Darüber hinaus bezahlt die GKV gar nichts dazu oder nur einen geringen Anteil. Mit einer Zahnzusatzversicherung für Wurzelbehandlungen sind Sie im Fall der Fälle vor hohen Behandlungskosten abgesichert.

Was und wann bezahlt die gesetzliche Krankenkasse bei einer Wurzelbehandlung?

Gesetzliche Krankenversicherungen übernehmen eine Wurzelbehandlung nur unter bestimmten Voraussetzungen. Für die Kostenerstattung muss eine der folgenden Bedingungen für die GKV erfüllt sein:

  • Der betroffene Backenzahn ist Teil einer vollständigen Zahnreihe ohne Zahnlücke.
  • Durch den Eingriff kann verhindert werden, dass die Zahnreihe auf einer Seite nach hinten verkürzt wird.
  • Durch die Wurzelbehandlung wird bereits vorhandener Zahnersatz erhalten.

Grundsätzlich macht die GKV die Kostenübernahme bei Behandlungen immer abhängig von den Erfolgsaussichten. Da diese bei einer Wurzelbehandlung nicht automatisch gegeben sind, sind die Erstattungsleistungen an Konditionen geknüpft. Man könnte es auf die einfache Formel bringen: Handelt es sich im Sinne der GKV um einen erhaltenswürdigen Zahn, wird gezahlt. Wenn nicht, gibt es keine Leistung für die Wurzelbehandlung. Die Kostenerstattung besteht in der Übernahme von 50 Prozent der Regelleistung. Dieser Prozentsatz kann mit Bonusheft auf bis zu 65 Prozent gesteigert werden. Der Rest muss vom Patienten getragen werden.

Sollte die gesetzliche Krankenkasse die Kosten einer Wurzelbehandlung übernehmen, sind jedoch weitere Ausschlüsse möglich. Hierzu gehören spezielle elektrophysikalische und chemische Desinfektions- und Reinigungsmethoden für die Wurzelkanäle. Auch die moderne und sehr genaue elektrometrische Längenbestimmung der Wurzelkanäle wird von der GKV nicht bezahlt.
Ein Zahnarzt kann diese Leistungen dennoch anbieten. Dann werden diese nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) abgerechnet. Für jeden Wurzelkanal können so Zusatzkosten zwischen 9 und ca. 14 Euro entstehen.
Wird bei dem Eingriff ein Operationsmikroskop eingesetzt, gilt das auch als Privatleistung und wird nicht von der GKV getragen.

Entzündet sich ein Wurzelkanal nach einer Behandlung erneut und ist eine weitere Wurzelbehandlung notwendig, leistet die GKV nur, wenn sich auf einer Röntgenaufnahme erkennen lässt, dass die Füllung undicht ist und der Zahn nicht am Rand einer Zahnreihe steht. Außerdem ist die Kostenübernahme wiederum davon abhängig, dass der betroffene Zahn Teil einer geschlossenen Zahnreihe ist, ein fehlender Zahn am Ende der Zahnreihe vermieden wird und mit der Maßnahme Zahnersatz erhalten wird.
Ist die Wurzelspitze krankhaft verändert, übernimmt die GKV bei Zähnen mit Wurzelkanalfüllung eine Wurzelspitzenresektion.

Ist eine Zahnzusatzversicherung für Wurzelkanalbehandlungen sinnvoll?
Wie bereits gezeigt, ist die Kassenleistung bei einer Wurzelbehandlung von verschiedenen Bedingungen abhängig. Darüber hinaus übernimmt die Kasse spezielle Untersuchungs- und Messmethoden nicht.

Wer langfristig gerade bei der zahnerhaltenden Wurzelbehandlung auf die bestmögliche Kostenerstattung setzen möchte, sollte bei seiner Zahnzusatzversicherung auf gute Leistungen im Bereich der Endodontologie achten. Dies gilt umso mehr, wenn Sie noch gesunde Zähne haben und bei Ihnen der Zahnerhalt mehr im Fokus steht als der Zahnersatz.

Was ist eine Wurzelkanalbehandlung?

Die Wurzelbehandlung oder Wurzelkanalbehandlung ist eine Zahnerhaltungsmaßnahme. Sie wird in der Regel durchgeführt, wenn sich die Pulpa (dt. das Zahnmark) entzündet hat oder sie abgestorben ist. Ursächlich für Entzündungen und „tote“ Zähne sind meist Karies oder andere Bakterien. Sie dringen durch eine Beschädigung im Zahnschmelz tief in den Zahn und somit in die Pulpa vor bis eine Entzündung entsteht, die Eiter hervorruft. Dieser Eiter kann die Entzündung noch verstärken und auf den Kiefer ausweiten oder letztlich zum Absterben des Zahnes führen. In beiden Fällen ist der Zahn vom Ausfallen bedroht.

Da der Zahnerhalt heute zu den modernen zahnmedizinischen Strategien gehört, wird von Ihrem Zahnarzt immer zuerst versucht, den betroffenen Zahn mit Hilfe einer Wurzelbehandlung zu erhalten.

Hierfür wird der Wurzelkanal durch Bohren geöffnet. Anschließend reinigt der Zahnarzt den Kanal und entfernt abgestorbenes Gewebe. Damit der Einzelzahn so keimfrei wie möglich bearbeitet werden kann, nutzen Ärzte häufig einen sogenannten „Kofferdam“. Dabei handelt es sich um ein Gummituch, das über den Mund gespannt wird und das eine Aussparung an der Stelle hat, die behandelt wird. Die Reinigung des Wurzelkanals wird landläufig auch „den Zahnnerv ziehen“ genannt. Tatsächlich entfernt der Zahnarzt überwiegend krankes und bei Bedarf auch gesundes Gewebe, um die Entzündung des Kanals einzudämmen.

Für Arbeit in dem kleinen Wurzelkanal werden kleinste Geräte eingesetzt, um Stück für Stück die betroffenen Stellen zu bearbeiten. Um die Länge des Wurzelkanals zu bestimmen, wird standardmäßig Röntgen eingesetzt. Mit elektrometrischen Messungen ist eine noch größere Präzision möglich. Diese Methode wird jedoch von den GKV überwiegend nicht erstattet.

Nachdem der Wurzelkanal freigelegt, gereinigt und desinfiziert wurde, füllt der Zahnarzt diesen mit speziellen Materialien. Der Zahn wird ebenfalls wie nach dem herkömmlichen „Bohren“ gefüllt.

Neben dem Zahnerhalt ohne Zahnersatz wird die Wurzelkanalbehandlung häufig auch vor dem Einsetzen einer Krone durchgeführt, um die Krone auf einen stabilen eigenen Zahn zu setzen.

Mögliche Alternativen zur Wurzelbehandlung

Ist ein Zahn entzündet und die Entzündung heilt nicht von selbst ab, gibt es theoretisch nur zwei Möglichkeiten: die Wurzelbehandlung und das Zahnziehen (Fachbegriff: Resektion). Nach einer Resektion kann ein Implantat gesetzt werden.
In manchen Fällen ist das Zahnziehen die einzige Methode, die erstattet wird.
Hier informieren wir Sie über die Verfahren in einer Übersicht:

 WurzelkanalbehandlungResektionImplantat
Lebensdauerabhängig vom Erfolg der Behandlung und der Qualität der Füllungdurch die Lücke drohen Folgeschäden im Gebiss und Zahnfehlstellungensehr lange, bis zu 20 Jahre bei guter Zahnpflege
Optische WirkungDer behandelte Zahn sieht genauso aus wie vorher.Abhängig von der Position des Zahns ist die Lücke deutlich sichtbar.Ist auf den ersten Blick nicht von einem echten Zahn zu unterscheiden.
Kostenzwischen 400 und 1.000 Euro, abhängig vom Aufwandzwischen 80 und 250 Eurozwischen 1.500 und 3.000 Euro, abhängig von der Verblendung und dem Aufwand, zum Beispiel durch Knochenaufbau
Festzuschuss der GKV (abhängig vom Bonusheft)zwischen 200 und 650 Euroin der Regel komplette Kostenübernahmezwischen 336 – 437 für Zahnersatz
Selbstbeteiligungzwischen 0 und 400 Euro0 Eurozwischen ca. 1.100 und 2.600 Euro
Selbstbeteiligung mit Zahnzusatzversicherung0 €0 €zwischen 0 und 300 Euro

Darauf sollten Sie bei einer Zahnversicherung mit Wurzelkanalbehandlung achten

Kostenübernahme von zahnerhaltenden Maßnahmen als Privatleistung:
Eine gute Zahnzusatzversicherung übernimmt nicht nur den Selbstkostenanteil der Regelversorgung, sondern trägt auch die privatärztlichen Maßnahmen, wenn die GKV keinen Festkostenzuschuss an der Wurzelbehandlung leistet.

Summenbegrenzungen:
Achten Sie vor Vertragsabschluss darauf, dass es keine Summenbegrenzungen für Wurzelbehandlungen gibt.

Erstattungshöhe:
Gute Zahnzusatztarife leisten eine Kostenerstattung zwischen 90 und 100 Prozent bei Wurzelkanalbehandlungen.

Zusatzleistungen:
Eine gute Zahnzusatzversicherung für Wurzelbehandlungen trägt auch die Kosten für moderne Analyse- und Behandlungsmethoden wie die elektrometrische Vermessung des Wurzelkanals.

Aktuelle Behandlungen:
Achten Sie darauf, dass Sie keine Zahnzusatzversicherung während aktueller Behandlungen abschließen. Sonst übernimmt die Zusatzversicherung die Kosten für die Wurzelbehandlung des betroffenen Zahnes nicht. Ebenso kann sie Leistungen für künftigen Zahnersatz für diesen Zahn ausschließen, solange die Behandlung nicht erfolgreich zu Ende geführt wurde.

Zahnzusatzversicherung nach Wurzelbehandlung
Wenn Sie bereits eine Wurzelbehandlung erhalten haben und nun eine Zahnzusatzversicherung abschließen wollen, muss in Ihrer Krankenakte genau dokumentiert sein, dass die Behandlung erfolgreich abgeschlossen wurde. Ist dort ein Eintrag hinterlegt, dass der betroffene Zahn noch weiterhin beobachtet werden muss, ist ein Leistungssauschluss dieses Zahns in einem neuen Versicherungsvertrag sehr wahrscheinlich.

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