Zahnzusatzversicherung Zahnreinigung 2018-11-27T14:43:54+00:00
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Zahnzusatzversicherung – Zahnreinigung und mehr

Zahnreinigung
Lesezeit: 13 min

Eine gute Zahnzusatzversicherung sollte bei kostenintensiven Zahnbehandlungen eine hohe Erstattung bieten. Doch achten Sie bei der Wahl des passenden Versicherungsschutzes auch auf Zusatzleistungen für Prophylaxe. Hierzu zählen Professionelle Zahnreinigungen, die nicht zu den Regelleistungen der gesetzlichen Krankenkasse gehören. Im Laufe der Jahre können dadurch schnell vierstellige Beträge entstehen, die Sie ohne private Zahnzusatzversicherung selbst zahlen müssen.

Beinhaltet jede Zahnzusatzversicherung Zahnreinigungen?

Moderne Zahnzusatz-Verträge enthalten neben den zentralen Leistungsbausteinen zu Zahnersatz oder Implantaten auch Leistungen für die Professionelle Zahnreinigung. Allerdings ist dieser Versicherungsschutz nicht einheitlich geregelt. Während manche Zahnzusatzversicherungen die Zahnreinigung komplett übernehmen, leisten andere nur einen jährlichen Beitrag. Es lohnt sich deshalb immer, vor dem Versicherungsabschluss auch auf dieses Leistungskriterium zu achten.

Ist es sinnvoll, eine Zahnzusatzversicherung für Zahnreinigungen abzuschließen?

Es gibt verschiedene Gründe, die für die Zahnzusatzversicherung bei Zahnreinigungen sprechen.

PZR ist kein Bestandteil der Regelversorgung durch die GKV:
Die gesetzlichen Krankenkassen sind nicht verpflichtet, für eine Zahnreinigung zu bezahlen. Einige Versicherer bieten zwar eine Teilerstattung oder Zuschüsse über Bonussysteme oder Wahltarife an, doch ist für Sie damit nicht sichergestellt, dass die Kosten dauerhaft erstattet werden. Die freiwilligen Satzungsleistungen können zum Beispiel schon im nächsten Jahr wieder abgeschafft oder geändert werden. Mit einer Zahnzusatzversicherung können Sie hingegen sicherstellen, dass die Leistungen im Rahmen des Versicherungsvertrags kontinuierlich erfolgen.

Eine Art automatische „Beitragsrückerstattung“:
Auch wenn Ihr Versicherungsschwerpunkt nicht auf der PZR liegt, ist diese Leistung sinnvoll. Denn wenn Sie mindestens einmal pro Jahr eine Zahnreinigung in Anspruch nehmen, wirkt der dadurch gesparte Betrag wie eine Art indirekte „Beitragsrückerstattung“.

Parodontosepatienten:
Wer an Gingivitis leidet, profitiert von einer Professionellen Zahnreinigung in besonderem Maße. Sie ist Teil der Zahnprophylaxe und kann verhindern, dass aus einer leichten Zahnbettentzündung eine chronische Parodontitis entsteht, die schließlich zum Zahnverlust führen kann. Prüfen Sie jedoch unbedingt, ob eine bereits behandelte Gingivitis bei Ihrem Wunschtarif zu einem Leistungsausschluss für die PZR führen kann. Meist hängt die Leistung dabei von der Taschentiefe ab, die Ihr Zahnarzt ermitteln kann. Diese muss bei den Gesundheitsfragen angegeben werden.

Vorsorge:
Auch wenn Ihre Kinder noch weit entfernt von Zahnersatz sind, kann eine Zahnzusatzversicherung mit Erstattung von Zahnreinigungen sinnvoll sein. Denn je besser die Zähne schon im Kindes- und Jugendalter gepflegt werden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit von karies- oder parodontosebedingtem Zahnverlust.

Günstige Zahnzusatzversicherung mit Zahnreinigung: Wenn Sie sehr gesunde Zähne haben und eine günstige Absicherung wünschen, kann schon ein Tarif ausreichen, der die Regelleistung der GKV aufstockt und zugleich einen Zuschuss bei Zahnreinigungen bietet. In diesem Fall sorgen Sie gut für Ihre Zahngesundheit und verringern das Risiko von Zahnschäden.

Die Kosten eine Professionellen Zahnreinigung
Zahnärzte richten sich bei der Rechnungsstellung für eine PZR nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). Es handelt sich bei dieser Behandlung um eine Privatleistung, die nicht in den Regelleistungen der GKV enthalten ist.

Durchschnittlich kostet eine PZR zwischen 70 und 90 Euro. Allerdings können die Preise abhängig vom Aufwand und dem Gesundheitszustand des Zahnmaterials auch höher liegen. Da es sich um eine Privatleistung handelt, können Zahnärzte dann einen höheren Gebührensatz verlangen.

Üblicherweise müssen gesetzlich Krankenversicherte die Zahnreinigung als IGeL-Leistung in voller Höhe selbst zahlen. Manche GKV bieten jedoch einen Zuschuss im Rahmen von Bonusprogrammen oder Wahltarifen an.

Darauf sollten Sie bei Zahnzusatzversicherungen mit Zahnreinigung achten

Summenbegrenzungen:
Die meisten privaten Zahnzusatzversicherungen beschränken die Höhe der Zuschüsse auf einen Maximalbetrag pro Versicherungsjahr. Achten Sie hier auf eine möglichst hohe Summe, damit Sie so viel wie möglich für die PZR erstattet bekommen.

Häufigkeit der Erstattung pro Jahr:
In manchen Fällen kann es empfehlenswert sein, mehrere Zahnreinigungen innerhalb eines Jahres durchzuführen. Schauen Sie bei Ihrer Wunschpolice, ob diese auch noch Kosten erstattet, wenn die PZR mehrfach erfolgt.

Leistungsausschlüsse:
Manche Versicherer schränken die Leistungen ein, wenn zum Beispiel schon eine Parodontitis diagnostiziert wurde. Suchen Sie dann am besten nach einem Tarif, der die Kosten für die PZR übernimmt. Alternativ können Sie natürlich auf die Kostenerstattung bei einer Zahnreinigung zugunsten von besseren Leistungen bei Zahnersatz verzichten.

Ablauf der professionellen Zahnreinigung (PZR)

Eine Professionelle Zahnreinigung wird in Ihrer Zahnarztpraxis entweder vom behandelten Zahnarzt oder von speziell darin geschulten Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZMFA) durchgeführt. Die Behandlung erfolgt meist in sechs Schritten:

1. Einfärben von Zahnbelägen
Mit Hilfe eines besonders Farbstoffs werden die Zähne sowie der Mundraum genau untersucht. Um Plaque und Zahnstein deutlich sichtbar zu machen, werden Ihre Zähne mit einem Färbemittel behandelt. Die betroffenen Stellen stechen dann deutlich hervor.

2. Zahnsteinentfernung
Nun geht es an die Reinigung. Hierfür wird meist ein sogenanntes Airflow-Gerät verwendet, das den Belag mit hohem Luftdruck entfernt. Alternativ werden Ultraschallreiniger, auch „Ultraschallscaler“ genannt, eingesetzt. Um Plaque oder Zahnstein in den Zahnzwischenräumen zu entfernen, nutzt Ihr Zahnarzt oder die ZMFA Zahnseide sowie Küretten. Auch Interdentalbürsten können für die Reinigung der Zwischenräume verwendet werden.

3. Behandlung von Verfärbungen
Weisen Ihre Zähne starke Verfärbungen auf, die zum Beispiel durch Tabakkonsum oder den häufigen Genuss von Tee und Kaffee entstanden sind, werden diese mit einem sogenannten „Pulverstrahlgerät“ entfernt. Dabei wird ein Gemisch aus kleinen Partikeln und Wasser mit hohem Druck gezielt auf die Zahnoberfläche geleitet.

4. Abschließende Säuberung
Nach diesen Schritten wird Ihr Gebiss gründlich mit Wasser gespült. Anschließend erfolgt die Trocknung mit Druckluft.

5. Polieren der Zähne
Erst wenn alle Zwischenräume und Zähne gründlich gereinigt und getrocknet wurden, erfolgt eine Politur. Dabei werden Zahnoberflächen sowie die Zahnhälse mit einer speziellen Paste behandelt. Die Politur bewirkt, dass Ihre Zähne glatter werden und somit weniger Haftmöglichkeiten für Plaque bieten. Zugleich werden Zahnhälse versiegelt und so besser geschützt.

6. Fluoridierung
Fluorid stärkt den Zahnschmelz und macht Ihre Zähne unempfindlicher und schützt sie besser vor Karies. Der Zahnarzt oder die Dentalhygienikerin trägt deshalb ein hochkonzentriertes Fluorid-Gel auf.

Tipp: In der Regel wird empfohlen, die PZR mindestens einmal pro Jahr durchzuführen. Häufig findet die Zahnreinigung vor einer Wurzelkanal- oder Kariesbehandlung statt, um die betroffenen Stellen optimal zu identifizieren.

Warum eine professionelle Zahnreinigung sinnvoll sein kann

Zahnärzte empfehlen, mindestens zwei Mal täglich die Zähne zu putzen. Doch auch wenn Sie dabei noch so gewissenhaft vorgehen, bleiben in der Regel immer noch Rückstände in den Zahnzwischenräumen, den Zahntaschen oder auf den Rückseiten der Zähne. Auch der Zahnbelag sowie Verfärbungen können mit herkömmlichen Mitteln nicht vollständig entfernt werden.

Durch die rauere Oberfläche können sich Essensreste länger festsetzen. Im Zusammenspiel mit der Wärme der Mundhöhle bieten die Rückstände einen optimalen Nährboden für Bakterien. Dieser sogenannte „Biofilm“ schafft die Grundlage für Karies oder Parodontitis. Darüber hinaus kann die Plaque sich verhärten und zu Zahnstein entwickeln. Wandert dieser zur Zahnwurzel, können sich Zahnfleischtaschen bilden. Die Folge: Das Zahnfleisch haftet nicht mehr am Zahn, sondern bildet sich zurück und entzündet sich. Die Parodontitis entsteht. Im schlimmsten Fall können sich Kieferentzündungen oder Wurzelentzündungen entwickeln, die zum Zahnverlust führen. Darüber hinaus können Entzündungen im Mundraum auch Auswirkungen auf die Gesamtgesundheit haben.

Medizinisch betrachtet bietet die PZR zahlreiche Vorteile, denn sie kann die Gefahr von Parodontitis und drohendem Zahnverlust verringern. Zugleich hat die PZR auch einen deutlichen ästhetischen Vorteil, da die Zähne heller werden.

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