Zahnzusatzversicherung Zahnspange 2018-11-27T14:42:52+00:00
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Zahnzusatzversicherung – Zahnspange inklusive?

Zahnzusatzversicherung Zahnspange
Lesezeit: 13 min

In Deutschland hat statistisch gesehen fast jedes zweite Kind früher oder später eine Zahnspange. Für die Eltern bedeuten die damit verbundenen Besuche beim Kieferorthopäden eine nicht zu unterschätzende finanzielle Belastung. Um die Selbstkosten deutlich zu senken, bietet sich für gesetzlich Krankenversicherte eine private Zahnzusatzversicherung an. Die Police übernimmt die Kosten, die über die Regelversorgung der Kasse hinausgehen. Auch für Erwachsene kann bei Bedarf eine Zahnversicherung empfehlenswert sein, die für kieferorthopädische Behandlungen Erstattungen leistet.

Warum Zahnspangen sinnvoll sein können

Wenn sich das Gebiss bei Kindern entwickelt, kann es zu Fehlstellungen von Zähnen und des Kiefers kommen. In der Folge dieser Fehlstellungen kann es zu Schmerzen beim Kauen oder zu Problemen beim Sprechen kommen. Tatsächlich ist es auch möglich, dass ein schiefer Kiefer später zu Rücken- und Nackenbeschwerden führt.

Eine Zahnspange kann als lose oder als feste Spange schiefe Zähne oder eine Fehlstellung des Kiefers nachhaltig korrigieren. Der Kieferorthopäde berechnet dabei das Wachstum des Kiefers mit ein, sodass die behandelten Kinder im Erwachsenenalter von geraden Zähnen in einem gesunden Kiefer profitieren.

Deckt eine Zahnzusatzversicherung immer eine Zahnspange ab?

Wenn es um die Leistungen der privaten Zahnzusatzversicherung bei kieferorthopädischen Behandlungen geht, wird in zwei Behandlungsgruppen unterschieden: Kinder und Erwachsene. Während bei Zahnzusatzversicherungen für Kinder die Absicherung bei kieferorthopädischen Behandlungen und der Zahnspange im Vordergrund steht, ist bei Erwachsenen hingegen der Zahnersatz im Fokus. Denn üblicherweise benötigen Kinder und Jugendliche eher keine Brücken, Kronen oder Implantate. Erwachsene wiederum sind seltener auf Zahnspangen angewiesen.

Die Versicherer bieten deshalb Zahnzusatztarife für Kinder mit guten Leistungen im Bereich der Kieferorthopädie an. In der Regel beinhaltet jeder Kindertarif einen Leistungsbaustein für die sehr wahrscheinliche Zahnspange.

Erwachsene müssen hingegen gezielt nach Tarifen suchen, die kieferorthopädische Behandlungen mit einschließen.

Zahnzusatzversicherung mit Zahnspange ab 18:
Der Versicherungsschutz für Kinder-Zahnzusatzversicherungen endet bei manchen Versicherungsgesellschaften mit der Vollendung des 18. Lebensjahrs. Im Idealfall sollten KFO-Behandlungen bis dahin abgeschlossen sein.

Gibt es eine Zahnzusatzversicherung nur für Zahnspangen?

Eine Zahnversicherung, die nur für Zahnspangen abgeschlossen werden kann, gibt es nicht. In der Regel gehört die „Spange“ zum Baustein Kieferorthopädie, der vor allem bei Kinderversicherungen eine zentrale Rolle spielt.

Aus diesen Gründen ist eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt auch bei kieferorthopädischen Behandlungen nur die Kosten für die Regelversorgung. Diese richtet sich nach den sogenannten Kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG). Demnach wird die Fehlstellung von Kiefer und Zähnen in fünf Gruppen eingeteilt:

Bei KIG 1 handelt es sich um die geringste Form der Fehlstellung, für deren Behandlung es genau wie bei KIG 2 keine medizinische Notwendigkeit gibt. Die gesetzliche Krankenkasse leistet für Befunde in diesen Gruppen keinen Zuschuss. Die Versicherten müssen die Kosten für eine Zahnspange selbst übernehmen.

Bei KIG 3 bis KIG 5 handelt es sich um Fehlstellungen, die behandelt werden sollten. Für diese Gruppen übernimmt die GKV 80 Prozent der Kosten für die Zahnspange. Zugleich beschränkt die Kasse ihre Leistung auf Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren. Bei Kosten von mehreren tausend Euro für eine Zahnspange entstehen für Versicherte selbst bei starken Fehlstellungen nach Abzug der Regelleistung der GKV immer noch hohe Kosten.

Eine private Zahnzusatzversicherung für Kinder ist deshalb unbedingt sinnvoll. Sie kann nicht nur bis zu 100 Prozent der Kosten für den Kieferorthopäden übernehmen, sondern erstattet auch Rechnungen für andere zahnärztliche Leistungen, die über den Regelkatalog der GKV hinausgehen. Hierzu zählen zum Beispiel „unsichtbare“ lose Zahnspangen oder Keramik-Brackets.

Wann ist eine Zahnzusatzversicherung für Zahnspangen für Erwachsene sinnvoll?

Wenn Sie noch keine diagnostizierte Zahnfehlstellung haben, aber für eine mögliche Verschiebung Ihrer Zähne aufgrund von durchbrechenden Weisheitszähnen abgesichert sein wollen, kann eine Zahnzusatzpolice mit KFO-Baustein sinnvoll sein. Ansonsten ist diese Zusatzleistung nicht unbedingt notwendig, da die medizinische Notwendigkeit von Zahnspangen für Erwachsene eher selten ist.

Arten von Zahnspangen
Grob lassen sich Zahnspangen in herausnehmbare und feste Zahnspangen unterteilen.

Feste Zahnspangen:
Diese Spangen werden dauerhaft auf den Zähnen befestigt. Die gängigste Art ist die „Multibracket-“ bzw. „Multiband-Apparatur“. In diesem Fall werden „Brackets“ auf die Zähne geklebt und anschließend mit einem Drahtbogen verbunden. Der Draht wird durch kleine „Slots“ genannte Öffnungen auf den Brackets geführt. Feste Zahnspangen können auf den Zähnen des Ober- und Unterkiefers eingesetzt werden. Um die Kieferstellung zu verbessern, können die festen Zahnspangen mit kleinen Gummis fixiert werden.

Eine Variante der festen Zahnspange ist die sogenannte „Gaumennahterweiterung“, kurz GNE. Ihre Aufgabe ist es, den Oberkiefer zu erweitern. Die Spange wird jeweils auf die Backenzähne des Oberkiefers gesetzt. In der Mitte sind die beiden Teile über ein Schraubsystem miteinander verbunden. Damit lässt sich der Abstand im Oberkiefer in ganz kleinen Schritten Stück für Stück vergrößern, um bleibenden Zähnen mehr Platz zu bieten.

Herausnehmbare Zahnspangen:
Der sogenannte „Twin-Block“ oder „Activator“ sind die häufigsten Spangen dieser Art. Sie werden überwiegend eingesetzt, um den Unterkiefer besser zu entwickeln und einen Überbiss zu vermeiden.
Beim sogenannten „Headgear“ handelt es sich um eine Außenbügelspange, welche die Backenzähne nach hinten bewegen soll, um einen Überbiss zu therapieren.

Retentionszahnspangen:
Bei diesen „Retainer“ genannten Zahnspangen handelt es sich ebenfalls um herausnehmbare Modelle. Sie werden eingesetzt, um die mit einer festen oder losen Zahnspange bewegten Zähne zu stabilisieren. Da diese lose Spange aus durchsichtigem Kunststoff hergestellt wird, wird sie auch „unsichtbare Zahnspange“ genannt.

Auf welche Leistungen sollte ich bei einer Zahnzusatzversicherung für Zahnspangen achten?

  • Erstattungsanteil: Gute Tarife übernehmen ab 80 Prozent der von Ihrem Kieferorthopäden gestellten Rechnung. Die Leistungen werden insgesamt nur in geringem Maße beschränkt.
  • KIG: Prüfen Sie bei der Versicherungspolice, in welchem Maße die Erstattungsleistung von der Kieferorthopädischen Indikationsgruppe abhängt. Da die GKV ohnehin erst ab KIG 3 die Regelleistungen übernimmt, sollten gute Zahnzusatzversicherungen die Zahnspange auch schon bei KIG 1 und KIG 2 übernehmen.
  • Sonderleistungen: Schauen Sie in den Vertragsbedingungen nach, ob die Zahnzusatzversicherungen auch besondere Leistungen wie Keramik-Brackets oder Funktionsanalysen übernimmt. Ihre gesetzliche Krankenkasse wird diese Leistungen nicht tragen. Ohne diesen Zusatzschutz müssen Sie im Leistungsfall die Kosten selbst übernehmen.
  • Standardleistungen: Über den Versicherungsschutz bei Zahnspangen hinaus sollte die private Zahnzusatzversicherung auch gute Leistungen bei anderen Zahnbehandlungen bieten. Hierzu gehört zum Beispiel die Kostenerstattung bei der Prophylaxe.
  • Aktuelle Behandlungen oder Diagnosen: Wurde die kieferorthopädische Behandlung bei Ihrem Kind bereits begonnen, wird kein Versicherer die Kosten dafür erstatten. Auch wenn der Zahnarzt Ihres Kindes schon eine Zahnspange empfohlen hat oder die Zähne aufgrund von Fehlstellungen beobachtet werden, ist der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung für die Zahnspange Ihres Kindes nicht möglich. Denken Sie deshalb am besten frühzeitig an einen entsprechenden Versicherungsschutz, am besten wenn Ihr Kind zwischen zwei und drei Jahren alt ist. In diesem Alter machen sich Fehlstellungen im Milchzahngebiss in der Regel noch nicht bemerkbar.

Während bei herkömmlichen Zahnzusatzversicherungen die Wartezeit eine sehr wichtige Rolle spielt, kann dieser Aspekt in der Regel bei Kinderpolicen für Zahnspangen vernachlässigt werden. Denn bei Kiefer- oder Zahnfehlstellungen handelt es sich nicht um kurzfristig eintretende Fälle, die plötzlich behandelt werden müssen. Da es ohnehin empfehlenswert ist, die Kinderzahnversicherung schon im Alter von zwei bis drei Jahren abzuschließen, sind Sie später nicht mehr auf eine Wartezeit angewiesen.

Hinweise für Erwachsene:

Wenn Sie eine Zahnzusatzversicherung für Ihre Zahnspange wählen, sollten Sie gerade im Erwachsenenalter auch auf die Leistungen im Bereich Zahnersatz achten. Statistisch gesehen steigt die Wahrscheinlichkeit ab Mitte 30, dass Sie eine Zahnlücke bekommen und diese durch einen adäquaten Ersatz geschlossen werden muss. Um diese Kosten nicht voll zu tragen, sollte Ihre Zahnzusatzversicherung Sie absichern.

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